Wirtschaft

Wall Street setzt auf Erholung Plan für Corona-Atemtest beflügelt Astrotec

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Anleger halten sich an der Wall Street derzeit zurück.

(Foto: picture alliance / newscom)

Die jüngsten US-Konjunkturdaten machen Mut. Auch ein neuer Corona-Test verbreitet Hoffnung, genauso wie die Steuerpläne von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Für Rohöl, Gold und Bitcoin läuft es dagegen an der Wall Street eher schlecht.

In Erwartung von Hinweisen zur US-Geldpolitik halten sich Anleger mit Engagements an der Wall Street zurück. Der US-Standardwerteindex Dow Jones notierte am Mittwochabend wenig verändert bei 33.446 Punkten. Der S&P-500 ging 0,1 Prozent höher aus dem Handel. Der Nasdaq-Composite sank um 0,1 Prozent.

Investoren fieberten der Veröffentlichung der Fed-Protokolle der jüngsten Beratungen der US-Notenbank entgegen, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. "Diese Minutes werden aufmerksam nach Hinweisen durchkämmt, ob die Fed ihrer eigenen Aussage, die Zinsen bis mindestens 2024 nicht anheben zu wollen, auch selbst glaubt." Schließlich deuteten die jüngsten US-Konjunkturdaten darauf hin, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft schneller erhole als gedacht.

Plan für Corona-Atemtest beflügelt Astrotec

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Bei den US-Aktienwerten stach Astrotech mit einem Kursplus von zeitweise fast 40 Prozent heraus. Die Medizintechnik-Firma will in Zusammenarbeit mit der Cleveland Clinic prüfen, ob das Gerät BreathTest-1000, das Krebserkrankungen durch die Analyse der Atemluft von Probanden erkennt, auch Corona-Infektionen identifizieren kann.

Investoren rissen sich auch um die Papiere von XL Fleet, die sich in der Spitze um knapp 30 Prozent verteuerten. Der Spezialist für die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen soll den Wind- und Solarpark-Entwickler Apex Clean Energy mit Hybrid-Fahrzeugen ausrüsten.

Die Amazon-Aktie gewann 1,7 Prozent. Der Chef des Online-Riesen, Jeff Bezos, hat das von US-Präsident Biden angekündigte Infrastruktur-Programm befürwortet - und auch die geplante Anhebung der Unternehmensteuer von 21 auf 28 Prozent zur Finanzierung. Amazon wird seit Jahren kritisiert, weil der Konzern wenig oder gar keine Unternehmensteuern zahlt.

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Positiv wurden die Zahlen der Kreuzfahrtreederei Carnival (+1,4 Prozent) aufgenommen. Die Gesellschaft hat zwar einen höheren Verlust ausgewiesen als erwartet, aber weniger Geld verbrannt als befürchtet.

Homology Medicines brachen um fast 23 Prozent ein. Der Gentechnikexperte will das Kapital erhöhen. Das Geld soll unter anderem zur Finanzierung klinischer Tests und zur Ausweitung der Produktionskapazitäten verwendet werden.

Beyond Meat fielen um 2,7 Prozent. Pläne zum Bau einer Produktionsstätte in China stützten nicht.

Ölpreis fällt, auch Gold unter Druck

Am Rohölmarkt hielt sich der Konjunkturoptimismus in Grenzen. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um ein halbes Prozent auf 59 Dollar je Barrel (159 Liter). Der überraschende Anstieg der US-Benzinbestände überschatte den Rückgang beim Rohöl, sagte John Kilduff, Partner beim Vermögensberater Again Capital. Dies zeige, dass die Aussichten für die Energie-Nachfrage schwer abzuschätzen seien.

Gold stand ebenfalls unter Verkaufsdruck und büßte 0,2 Prozent auf 1740 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ein. Offenbar schichteten einige Anleger wegen der anhaltenden Aktien-Hausse ihr Kapital um, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Vor diesem Hintergrund gaben die Aktien der Goldminen-Betreiber Barrick, Gold Fields, AngloGold Ashanti, Sibanye Stillwater und Harmony bis zu 3,3 Prozent nach.

Parallel dazu drückten erneute Gewinnmitnahmen den Kurs von Bitcoin auf den niedrigsten Wert seit mehr als einer Woche. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verbilligte sich zeitweise um knapp fünf Prozent auf 55.600 Dollar. Die aktuelle Konsolidierung sei vor dem Hintergrund der Rally der vergangenen Monate nicht überraschend, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Im vergangenen halben Jahr hat sich der Bitcoin-Kurs mehr als verfünffacht.

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ

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