Wirtschaft

Deutsche Hanjin-Mitarbeiter betroffen Pleite-Reederei schließt Europa-Standorte

Hanjin muss einen Sanierungsplan vorlegen, danach entscheidet das Gericht über die Zukunft der Reederei.

Ein Hanjin-Frachter löscht in Hamburg seine Container. Doch das Büro am Standort soll bald schließen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin hat den Welthandel erschüttert. Noch hofft das Unternehmen auf Rettung. Doch für die Mitarbeiter in Europa sieht es keine Perspektive mehr.

Die insolvente südkoreanische Reederei Hanjin will ihre Standorte in Europa dicht machen. Das Unternehmen habe bei einem Handelsgericht in Seoul beantragt, seine Standorte in mehr als zehn europäischen Ländern schließen zu dürfen, sagte eine Sprecherin. Betroffen seien unter anderem Deutschland mit dem Regionalsitz des Unternehmens, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Dänemark. Die Schließungen sollen den Angaben zufolge nach Möglichkeit noch in dieser Woche beginnen.

Hanjin, die siebtgrößte Reederei weltweit, leidet seit Jahren unter einem Einbruch des Welthandels und ächzt unter einem Schuldenberg von schätzungsweise sechs Billionen Won (4,8 Milliarden Euro). In Südkorea und in den USA hat das Unternehmen vor zwei Monaten Antrag auf Gläubigerschutz gestellt, um sich in Ruhe sanieren zu können.

Die Insolvenz führte dazu, dass weltweit zahlreiche Schiffe des Unternehmens auf See festsaßen - Häfen verweigerten die Frachtlöschung aus Angst, auf den Kosten sitzenzubleiben. Mehr als ein Dutzend Schiffe konnten bis heute nicht entladen werden.

Zur Sanierung will Hanjin will unter anderem Schiffe und wichtige Frachtrouten verkaufen und mehr als die Hälfte ihrer Beschäftigten auf dem Land entlassen. Von den 700 Mitarbeitern an Land sollen 400 das Unternehmen verlassen. Ob Abfindungen gezahlt werden, war zunächst unklar. Die Reederei beschäftigt außerdem noch mehr als 700 Menschen, die auf See tätig sind. Ob Hanjin nach den chaotischen Ereignissen nach der Insolvenz noch gerettet werden kann, ist in der Seefracht-Branche umstritten.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP