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Geldwäsche-Razzia in Frankfurt Polizei durchsucht die Deutsche Bank

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Ermittlerbesuch mit rund 170 Beamten: Fahnder durchsuchen Geschäftsräume der Deutschen Bank.

imago/Westend61

Blaulicht und Streifenwagen vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main: Mit einem Großaufgebot an Polizei durchsuchen Ermittler die Büros von Deutschlands prominentestem Geldhaus. Die Fahnder suchen Beweise für illegale Transaktionen.

Mit einem Großaufgebot der Polizei lässt die Staatsanwaltschaft Frankfurt zur Stunde Geschäftsräume der Deutschen Bank durchsuchen. Grund seien Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main n-tv.de auf Anfrage bestätigte. "An den Maßnahmen, die sich auf sechs Objekte in Frankfurt, Eschborn und Groß-Umstadt beziehen, sind insgesamt etwa 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamtes, der Steuerfahndung und der Bundespolizei beteiligt", teilte die leitende Oberstaatsanwältin Nadja Niesen mit.

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Die Ermittlungen richten sich demnach gegen einen 50-jährigen Bank-Mitarbeiter und seinen 46-jährigen Kollegen sowie "gegen andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche des Unternehmens", hieß es. Gegenstand der Ermittlungen sei der Vorwurf der Geldwäsche. Mit den in der vergangenen Wochen bekannt gewordenen Vorwürfen im Zusammenhang mit der Danske Bank hat der Fall diesen Angaben zufolge nichts zu tun.

Nach einer Auswertung des beim Bundeskriminalamtes vorliegenden Datenbestandes der sogenannten "Offshore-Leaks" und der "Panama Papers" ergab sich der Verdacht, dass die Deutsche Bank Kunden bei der Gründung von sogenannten "Offshore-Gesellschaften" in Steuerparadiesen behilflich war.

Verdacht gegen zwei Bank-Mitarbeiter

Dabei sollen auch Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, "ohne dass die Bank Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattete", wie es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt. Über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sollen allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein.

"Den Beschuldigten wird in dem Zusammenhang vorgeworfen, es pflichtwidrig unterlassen zu haben, vor der im April 2016 erfolgten Veröffentlichung der 'Panama Papers' Geldwäscheverdachtsanzeigen gegen die in die Steuerhinterziehung eingebundenen Offshore-Gesellschaften sowie deren wirtschaftlich Berechtigte zu erstatten, obwohl bereits seit Beginn der jeweiligen Geschäftsbeziehungen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorlagen", begründet die Staatsanwaltschaft das Vorgehen.

Deutsche-Bank-Aktie unter Druck

Die Razzia bei der Deutschen Bank sorgte auch an der Frankfurter Börse für Aufsehen: In einer ersten Reaktion sackten die Aktien der Bank um bis zu vier Prozent ab. Am späten Vormittag notierten die Deutsche-Bank-Aktien 3,5 Prozent im Minus bei 8,29 Euro.

"Es ist richtig, dass die Polizei aktuell an verschiedenen Standorten unserer Bank in Deutschland ermittelt", teilte die Deutsche Bank mit. "Wir werden mit den Behörden vollumfassend kooperieren." Die Ermittlungen dauern an.

Bei der Razzia stellten die Ermittler größere Mengen an Unterlagen "in schriftlicher und elektronischer Form" sicher, hieß es. Erste Bilder aus der Frankfurter Innenstadt zeigten eine lange Schlange an Streifenwagen der Polizei, die mit eingeschaltetem Blaulicht vor der Konzernzentrale parken. Einen Teil der Fahnder schickten die Behörden offenbar per Polizeibus in den Einsatz.

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Quelle: n-tv.de, mmo

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