Wirtschaft

"Ein historischer Moment" Porsche-Aktien legen beim Börsendebüt zu

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Porsches Gang aufs Parkett ist gemessen am Wert der Aktien der bedeutendste in Deutschland seit dem Börsengang der Deutschen Telekom 1996.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Die Aktie des Autobauers Porsche steigt kurz nach dem Handelsstart auf 84,00 Euro. Das ist etwas mehr als der Ausgabepreis von 82,50 Euro. Porsche erreicht damit eine Marktkapitalisierung von rund 76,5 Milliarden Euro.

Ein fulminanter Start ist es nicht, den die Aktie der Porsche AG am Donnerstag zu ihrem Börsendebüt hinlegt: Der erste Kurs wurde mit 84 Euro festgestellt, lediglich 1,8 Prozent über dem Ausgabekurs von 82,50 Euro, der seinerseits wiederum den oberen Rand der Zeichnungsspanne von 76,50 bis 82,50 Euro markierte. Zuletzt ging das Papier nur noch mit 82,88 Euro um.

Porsche AG
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Enttäuschung macht sich bei den Kursen der Muttergesellschaften Volkswagen und Porsche Holding SE breit. Ihre Aktien verbilligen sich um 4,2 bzw. 5,7 Prozent und liegen damit am Ende im DAX. Im Handel per Erscheinen waren die neuen Porsche-Aktien während der Zeichnungsphase noch beharrlich oberhalb von 90 Euro gesehen worden - trotz des da schon ungünstigen Börsenumfelds.

Das ist aber auch am ersten Handelstag der Porsche-AG-Aktie denkbar schlecht, neue Preisdaten aus deutschen Bundesländern und ein viertes entdecktes Leck an den Gaspipelines in der Ostsee lasten schwer. Der DAX verliert 1,6 Prozent. Selbst bei 82,50 Euro seien die Bücher mehrfach überzeichnet gewesen, hieß es mit Blick auf den am Vorabend festgelegten Ausgabepreis der Porsche-Aktie. Die Porsche AG wird damit mit mehr als 75 Milliarden Euro bewertet.

Der Börsengang ist damit der größte in Deutschland seit der Deutschen Telekom 1996. Es ist zudem der größte in Europa seit der 10-Milliarden-Dollar-Emission des Rohstoffunternehmens Glencore 2011. Mutter VW fließen 9,4 Milliarden Euro zu. Die Porsche AG gehört mit der aktuellen Bewertung zu den fünf größten Autokonzernen gemessen am Marktwert, hinter der Muttergesellschaft Volkswagen, aber vor dem deutschen Konkurrenten Mercedes Benz Group. Der US-Elektroautohersteller Tesla liegt mit einer Bewertung von mehr als 886 Milliarden Dollar weit entfernt an der Spitze, gefolgt von Toyota Motor.

Wie Volkswagen (VW) am Mittwoch mitteilte, wurden alle angebotenen 113,875 Millionen Vorzugsaktien veräußert. Das entspricht 25 Prozent des Vorzugsaktienkapitals. VW fließt aus der Emission ein Erlös von 9,4 Milliarden Euro zu, die der Wolfsburger DAX-Konzern unter anderem in wichtige Bereiche wie Elektromobilität oder Digitalisierung investieren will.

VW will nun im Zuge des Börsengangs für Dezember 2022 eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und den Aktionären vorschlagen, eine Sonderdividende in einem Umfang von 49 Prozent der Bruttogesamterlöse aus der Platzierung der Vorzugsaktien und dem Verkauf von Porsche-Stammaktien an die Porsche Holding SE Anfang 2023 auszuschütten. Die Porsche Holding zahlt vereinbarungsgemäß für die 25 Prozent plus eine Aktie von VW zu kaufenden Stammaktien eine Prämie von 7,5 Prozent, womit VW weitere rund 10 Milliarden Euro zufließen.

Quelle: ntv.de, jki/DJ

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