Wirtschaft

Gutachter zu VW-Kurs 2008 Porsche-Pfusch ist nicht belegbar

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Hans-Peter Burghof wartet mit einem umfangreichen Gutachten auf.

(Foto: dpa)

Wer ist verantwortlich für die Kursturbulenzen der VW-Aktie vor sieben Jahren? Laut Gutachter ist nicht belegbar, dass die Porsche-Pressemitteilung dafür verantwortlich war. Die Situation an den Börsen sei damals zu chaotisch gewesen.

Im Prozess gegen den früheren Porsche-Chef  Wendelin Wiedeking und dessen Finanzvorstand Holger Härter kann ein Gutachten die Vorwürfe der Anklage nicht stützen. In der Finanzkrise sei die Situation an den Börsen 2008 so chaotisch gewesen, dass Kursturbulenzen der VW-Aktie mit wissenschaftlichen Kriterien nicht eindeutig einer Porsche-Pressemitteilung zuzuordnen seien, sagte der Wirtschaftsprofessor Hans-Peter Burghof vor dem Stuttgarter Landgericht.

Die beiden Manager stehen wegen Marktmanipulation vor Gericht. Sie sollen mit fehlerhaften Mitteilungen auf den VW-Kurs eingewirkt haben, um die damals geplante Übernahme des Branchenriesen zu stemmen. Dies bestreiten sie.

Burghof stellte vor dem Gericht den zweiten Teil eines Gutachtens vor, worin er die Wirkung einer Pressemitteilung vom 26. Oktober 2008 auf den VW-Kurs untersucht. In der Mitteilung, an einem Sonntag, hatte Porsche erstmals die Absicht erklärt, 75 Prozent der VW-Anteile übernehmen zu wollen.

An den nächsten beiden Tagen schnellte der Kurs zwischenzeitlich um das Vielfache auf mehr als 1000 Euro in die Höhe. Anleger, die auf einen fallenden VW-Kurs gewettet hatten, machten Milliardenverluste.

Burghof bestätigte zwar einen Zusammenhang zwischen der Mitteilung und dem Kurssprung. Er gab aber zu bedenken, dass man damals wegen der Finanzkrise bereits in einer Situation des Marktversagens gewesen sei, in dem die Wirkung einer Firmeninformation mit bewährten wissenschaftlichen Methoden nicht nachzuvollziehen sei.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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