Wirtschaft

Quittung für Dieselskandal Porsche akzeptiert 535-Millionen-Euro-Strafe

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535 Millionen Euro muss Porsche zahlen.

(Foto: picture alliance / Silas Stein/d)

Der Dieselskandal wird auch für Porsche teuer. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verdonnert den Sportwagenbauer zu einer Strafe von 535 Millionen Euro. Und Porsche akzeptiert das - auf eine Berufung wird verzichtet.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart verhängt im Zuge des Dieselskandals gegen die Volkswagen-Tochter Porsche ein Bußgeld in Höhe von 535 Millionen Euro. Grund seien unter anderem fahrlässige Aufsichtspflichtverletzungen in der Entwicklungsabteilung, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. Porsche teilte mit, dadurch sei das Ordnungswidrigkeitsverfahren beendet. In Berufung gehen will das Unternehmen nicht.

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Im vergangenen Jahr hatte bereits VW selbst ein Bußgeld in Höhe von einer Milliarde Euro akzeptiert, Audi zahlte 800 Millionen Euro. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte wegen illegaler Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung den Rückruf von Zehntausenden Fahrzeugen des Premiumherstellers angeordnet. Vor diesem Hintergrund leitete die Staatsanwaltschaft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Porsche ein.

Porsche weist in seiner Mitteilung darauf hin, nie selbst Dieselmotoren entwickelt oder produziert zu haben. Der Sportwagen- und SUV-Hersteller hatte bereits im Herbst 2018 angekündigt, künftig keine Diesel mehr zu verwenden und sich stattdessen auf Benzin-, Hybrid- und Elektromotoren zu konzentrieren.

VW kostet der Skandal bereits 30 Milliarden Euro

Bislang hat der gesamte Volkswagen-Konzern, zu dem Porsche gehört, rund 30 Milliarden Euro im Zuge des Dieselskandals gezahlt. In der Rechnung seien Kosten für Rechtsanwälte, Vergleiche und ausstehende Verfahren enthalten, sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter Anfang Mai. Damit seien derzeit absehbare Kosten abgedeckt, weitere aber nicht ausgeschlossen. Das meiste Geld floss bis dato in Nordamerika, wo der Konzern teure Vergleiche geschlossen hatte.

Die Folgen des Dieselskandals werden den Konzern aber auch weiter belasten: Allein in Deutschland sind über 60.000 Verfahren unzufriedener Dieselkunden anhängig. Dazu kommen milliardenschwere Klagen von Aktionären, die sich vom Konzern zu spät über das finanzielle Ausmaß der Dieselaffäre informiert fühlen.

Der neue Abgas-Messstandard WLTP macht Porsche derzeit noch Probleme. Neben Modellwechseln und dem schwächelnden China-Geschäft sei dieser dafür verantwortlich, dass Porsche im ersten Quartal deutlich weniger Autos an die Kunden bringen konnte. Weltweit wurden 55.700 Fahrzeuge ausgeliefert, fast 7800 oder zwölf Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zudem muss das Unternehmen nach wie vor viel Geld in die Elektromobilität und in den Aufbau neuer, digitaler Geschäftsfelder investieren.

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Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP

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