Wirtschaft

"Hat es bisher nicht gegeben" Preise für Importe überraschend stark gesunken

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Bis zum Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent ist es weiterhin noch ein langer Weg.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einfuhren nach Deutschland werden den dritten Monat in Folge günstiger, sind aber immer noch teurer als vor einem Jahr. Trotzdem ist der Preis Ende vergangenen Jahres nochmal stärker gesunken als Experten vermutet hatten.

Die Importe verbilligten sich im November um 4,5 Prozent im Vergleich zum Oktober. "Einen Preisrückgang gegenüber dem Vormonat in dieser Höhe hat es bisher nicht gegeben", teilte das Statistische Bundesamt mit. Experten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, kommen sinkende Einfuhrpreise mit Verzögerung auch bei den Verbrauchern an.

Gemessen am Vorjahresmonat stiegen die Importpreise "nur" noch um 14,5 Prozent an. Im August hatte es mit 32,7 Prozent den höchsten Anstieg seit 1974 gegeben, seither lässt die Teuerung nach.

Erdgas größter Preistreiber

Für den dritten Rückgang in Folge sorgte vor allem günstigere Energie: Deren Einfuhr verbilligte sich um 16,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerte sie sich aber immer noch um 37,9 Prozent.

"Der Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die Preissteigerungen bei importiertem Erdgas begründet", erklärten die Statistiker. Diese Preise lagen um 42,7 Prozent über denen von November 2021. Importiertes Erdöl kostete 28,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Mineralölerzeugnisse sogar 41,0 Prozent mehr, während sich elektrischer Strom um 2,8 Prozent verbilligte.

Höhepunkt der Inflation wohl überschritten

Hoffnung auf ein Abflauen der heftigen Teuerung für Verbraucher macht der unerwartet starke Rückgang im Dezember 2022: Niedrigere Energiepreise und die staatliche Abschlagszahlung für Erdgas ließen die Verbraucherpreise nur noch um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat klettern. Im November war die Teuerungsrate auf 10,0 Prozent gefallen, nachdem sie im Oktober mit 10,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit 1951 gelegen hatte.

"Damit verdichtet sich die Vermutung, dass der Hochpunkt der Inflation hinter uns liegt, zur Gewissheit", sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch. Dennoch sei diese inakzeptabel hoch. "Der Kampf gegen im Vorjahr entfachte Inflation bleibt ein Marathonlauf, kein Sprint", sagte Niklasch. Die EZB peilt eigentlich eine Rate von zwei Prozent an. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sagte gegenüber ntv in einem Interview: "Das wird noch eine Zeit dauern, bis die Inflation wieder dort ankommen wird."

Quelle: ntv.de, rog/rts

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