Wirtschaft

Kaum gebremster Immobilienboom Preise für Wohneigentum ziehen weiter an

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Ungebremster Boom in den Metropolen. Und auch abseits der großen Ballungszentren ziehen die Preise für Wohneigentum - wenn auch langsamer - an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer in Deutschland in den eigenen vier Wänden leben will, muss immer tiefer in die Tasche greifen: Am Markt für Wohnimmobilien zeichnet sich keine Entspannung ab. Im Gegenteil: Auch abseits der Metropolen klettern die Preise immer weiter in die Höhe.

Wohneigentum wird in Deutschland immer teurer: Der seit Jahren anhaltende Anstieg der Immobilienpreise hat sich zu Jahresbeginn ungebremst fortgesetzt, teilte das Statistische Bundesamt mit.

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Gestützt auf eigene Berechnungen zum Preisindex für Wohnimmobilien verzeichneten die Statistiker zuletzt nicht mehr nur in den Großstädten satte Aufschläge. Der Boom mache sich "sowohl in den Städten als auch in ländlichen Regionen" bis in die dünn besiedelten Flächen bemerkbar, wie die Experten der Wiesbadener Behörde mit Blick auf die Entwicklungen bei Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäusern erklärten. 

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Im Schnitt verteuerten sich Wohnimmobilien insgesamt im ersten Quartal um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den Metropolen, zu denen die amtliche Statistik die sieben größten deutsche Städte Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Düsseldorf zählt, zogen die Preise weiter kräftig an: Dort kosteten Eigentumswohnungen zuletzt im Schnitt 8,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern legten die Preise um 6,9 Prozent zu.

Preisanstieg auch auf dem Land

Auf dem Land fällt der Preisanstieg zwar nicht so stark aus. In dichter besiedelten Kreisen mussten Wohnungskäufer aber immerhin noch 1,7 Prozent mehr ausgeben als vor Jahresfrist. Ein- und Zweifamilienhäuser zogen hier um 4,3 Prozent an. In wenig dicht bevölkerten Regionen stiegen die Wohnungspreise um 1,1 Prozent und jene für Häuser um 4,5 Prozent.

Auffallend ist, dass die Preise zwar weiter ansteigen, der Auftrieb aber etwas an Dynamik verliert: Ein Blick auf die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahreszeitraum belegt, dass die aktuellen Preissteigerungen für Wohneigentum im ersten Quartal 2019 deutlich unter den Spitzenwerten der vergangenen beiden Jahre bleiben. Im letzten Viertel des Jahres 2016 etwa schnellten die Preise für Eigentumswohnungen in den sieben größten deutschen Städten noch um 14,7 Prozent in die Höhe. Zum Vergleich: Zuletzt lag der Aufschlag hier nur noch bei den oben bereits erwähnten 8,6 Prozent.

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Angetrieben von den niedrigen Zinsen, der guten Konjunktur und einer starken Zuwanderung in die Städte bewegen sich die Immobilienpreise in Deutschland seit fast zehn Jahren nach oben. Mittlerweile fehlen vor allem in den Ballungsräumen massenhaft Wohnungen, der Neubau kann die hohe Nachfrage bisher nicht decken.

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Die Bundesbank hat wiederholt vor möglichen Preisblasen gewarnt. Wohnungen und Häuser in Städten seien bis zu 30 Prozent überteuert, heißt es. Verglichen mit der Lage vor wenigen Jahren müssen Käufer längst deutlich höhere Preise stemmen. Seit Ende 2015 hätten sich Wohnungen und Häuser im Bundesschnitt um 22 Prozent verteuert, erklärten die Statistiker. In den sieben Metropolen verzeichneten sie für diesen vier Jahre umspannenden Zeitraum Aufschläge von fast 41 Prozent für Wohnungen und gut 36 Prozent für Häuser.

Selbst in dünn besiedelten Landkreisen haben sich Häuser in den letzten vier Jahren mit 21,4 Prozent um mehr als ein Fünftel spürbar verteuert. Auch die Preise für Eigentumswohnungen auf dem Land kletterten um gut 16 Prozent. Die hohen Preise schlagen sich auch in steigenden Mieten nieder. Zuletzt wurden die Rufe nach mehr Regulierung lauter - bis zur Enteignung von Immobilienkonzernen und Mietendeckeln. Die Wohnungsnot zählt damit auch zu den dringlicheren Problemen der Politik. Gegenmaßnahmen wie etwa die Mietpreisbremse zeigen bislang wenig Wirkung.

Quelle: n-tv.de, mit dpa