Wirtschaft

Weniger Gewinn, keine Dividende Prognose lässt Nokia-Aktionäre leiden

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Es läuft bei Nokia nicht so rund, wie sich das die Anleger wünschen würden.

(Foto: REUTERS)

Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G sind Netzwerkausrüster wie Nokia mit steigenden Kosten konfrontiert. Die Finnen reagieren auf die teuren Investitionen mit einer bitteren Pille für Anleger. Das kommt an der Börse gar nicht gut an.

Der Netzwerkausrüster Nokia hat mit einer deutlich zusammengestutzten Prognose seine Aktionäre geschockt. In diesem und dem kommenden Jahr werden die Finnen deutlich weniger Gewinn machen als bisher angepeilt, teilte der Konzern bei Vorlage seiner Zahlen für das dritte Quartal in Espoo mit. Hintergrund seien der Druck auf die Margen und die Notwendigkeit, mehr Geld in den Aufbau der neuen 5G-Mobilfunktechnik zu stecken. Auch die Dividendenzahlung will Nokia zunächst aussetzen.

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Man müsse das Geld für zukünftige Investitionen zusammenhalten, hieß es. "Einige der Risiken, die wir zuvor im Zusammenhang mit der Anfangsphase von 5G identifiziert hatten, treten nun ein", sagte CEO Rajeev Suri. "Im dritten Quartal hat unsere Bruttomarge unter dem Produktmix, hohen Kosten im Zusammenhang mit unseren 5G-Produkten der ersten Generation, Rentabilitätsproblemen in China, Preisdruck bei ersten 5G-Transaktionen und den Unwägbarkeiten bei der angekündigten Betreiberfusion in Nordamerika gelitten."

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kurssturz, die Nokia-Aktie sackte kurz nach Handelsbeginn um 22 Prozent ab. Eine Erholung erwartet Nokia-Chef Suri erst 2021. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2019 nun bei rund 21 Cent liegen. Zuvor war Nokia von einem Wert zwischen 25 und 29 Cent ausgegangen. Bei der bereinigten operativen Marge - also dem Anteil vom Gewinn am Umsatz - erwartet der Konzern jetzt rund 8,5 Prozent. Bislang war der Netzwerkausrüster von 9 bis 12 Prozent ausgegangen. Auch für das kommende Jahr kappte Suri die Schätzungen deutlich.

Im dritten Quartal steigerte Nokia zwar den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn ging aber um zwei Prozent auf 478 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich fuhr Nokia einen auf die Aktionäre entfallenden Überschuss von 82 Millionen Euro ein, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 79 Millionen Euro für den im Umbau befindlichen Konzern zu Buche gestanden hatte.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/DJ