Wirtschaft

Prognose angehoben Puma setzt wieder zum Sprung an

232836017.jpg

Puma hofft auf zusätzliche Impulse durch die Fußball-EM im Sommer.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Der Sportartikelhersteller Puma kommt trotz Corona-Pandemie wieder auf Touren. Allerdings gibt es erhebliche Probleme bei der Auslieferung aus Asien und nach Nordamerika. Es gibt schlicht zu wenig Kapazitäten. Obendrein sieht sich das Unternehmen in China mit politischen Problemen konfrontiert.

Geschlossene Läden in Europa, fehlende Frachtcontainer oder Käuferstreik in China: Puma steckt alles weg. Der weltweit drittgrößte Sportartikelhersteller hat nach einem überraschend guten Jahresstart die Umsatzerwartungen für 2021 kräftig angehoben. Nach einem währungsbereinigten Zuwachs um mehr als ein Viertel auf 1,55 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten rechnet Vorstandschef Björn Gulden nun mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent. Bisher hatte er sich nur auf ein moderates Wachstum festgelegt.

Puma
Puma 90,48

Wegen der Unwägbarkeiten rund um die Corona-Pandemie bleibt Puma aber bei dem vagen Ziel, den Gewinn nach dem Einbruch des vergangenen Jahres "deutlich" zu steigern. "Es läuft nicht reibungslos. Wir arbeiten nicht ganz effizient", sagte er. Das Auf und Ab in der Corona-Krise hat den Frachtverkehr auf hoher See durcheinandergebracht. In Asien fehlen Container, in denen Schuhe und Trikots nach Europa und Amerika transportiert werden. Die Häfen - vor allem in Nordamerika - sind überlastet, die Schiffe stauen sich dort. Im Schnitt verzögerten sich die Schiffslieferungen um zwei bis drei Wochen. Die Frachtkosten hätten sich für Puma verdoppelt, sagte der Vorstandschef. Und das werde wegen der langfristigen Verträge bis ins Frühjahr 2022 hinein so bleiben.

Trotzdem hat sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im ersten Quartal auf 154 Millionen Euro mehr als verdoppelt, der Nettogewinn hat sich auf 109 Millionen Euro sogar verdreifacht. Analysten rechnen für 2021 mit ähnlichen Zuwachsraten.

Gulden räumte ein, dass auch Puma seit Ende März von den Protesten gegen westliche Marken in China betroffen ist. Seit einem Monat sei in den Puma-Läden dort weniger los. Er sprach von "Spannungen" zwischen den USA, Europa und China. Über die sozialen Medien war in China zum Boykott ausländischer Marken aufgerufen worden, nachdem die USA und die EU Sanktionen gegen China wegen des Umgangs mit der Minderheit der Uiguren in der westlichen Provinz Xinjiang beschlossen hatten. Von dort beziehen viele Bekleidungshersteller Baumwolle. "Ich hoffe, das wird sich wieder legen", sagte Gulden.

China ist der am schnellsten wachsende Sportartikelmarkt der Welt. Im ersten Quartal legte Amerika mit 38,5 Prozent jedoch währungsbereinigt schneller zu als Asien (28,8 Prozent). Obwohl derzeit noch immer 30 Prozent der Puma-Händler in Europa wegen der Corona-Pandemie geschlossen haben, legte der Umsatz in der Region um 14 Prozent zu. Die Ladenschließungen hätten die Nachschub-Probleme etwas abgemildert, sagte Gulden. Der Online-Umsatz schnellte weltweit um 75 Prozent nach oben.

Einen zusätzlichen Schub erwartet der Puma-Chef von der verschobenen Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli, bei der vier Nationalmannschaften in Puma-Trikots auflaufen werden, und von den Olympischen Sommerspielen in Tokio.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.