Wirtschaft

"Eine der größten Kehrtwenden" Qantas wechselt in den Steigflug

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In Rekordgeschwindigkeit vom Rekordminus zum mittleren dreistelligen Millionengewinn: Qantas gelingt das Comeback.

(Foto: REUTERS)

Mit dieser Bilanz bewirbt sich Qantas-Chef Joyce um einen Eintrag in Australiens Wirtschaftsgeschichte: Überraschend schnell kann er die Fluggesellschaft aus den roten Zahlen befreien. Ganz ohne Hilfe von außen gelingt das allerdings nicht.

Das rigorose Sparprogramm zahlt sich aus: Die australische Fluggesellschaft Qantas kehrt unerwartet rasch in die Gewinnzone zurück. Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete die Fluggesellschaft unterm Strich 557 Millionen australische Dollar. Umgerechnet entspricht das einem Nettogewinn von 370 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Qantas noch rekordhohe Verluste im Umfang von 2,84 Milliarden australische Dollar hinnehmen müssen.

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Voller Stolz äußerte sich Konzernchef Alan Joyce zur Zahlenvorlage. Qantas habe "eine der größten Kehrtwenden in der australischen Unternehmensgeschichte" geschafft, erklärte er. Seinen Angaben zufolge sparte die Fluggesellschaft durch ihr Anfang 2014 gestartetes Sparprogramm im Laufe des Geschäftsjahrs 894 Millionen australische Dollar. Erstmals seit sechs Jahren können sich Anleger Hoffnung auf eine Dividende machen.

Rückenwind vom Rohstoffmarkt

Die Schuldenlast habe gesenkt werden können, erklärte Joyce. Ganz ohne Hilfe äußerer Faktoren konnte die Kehrtwende allerdings nicht gelingen. Die niedrigen Treibstoffpreise hätten zu dem guten Geschäftsergebnis beigetragen, gestand der Qantas-Chef ein. An den Rohstoffmärkten hatte sich der Ölpreis im Beobachtungszeitraum mehr als halbiert. Entsprechend deutlich war es auch mit den Ausgaben für Kerosin nach unten gegangen.

Analysten gehen davon aus, dass die Belastungen für Qantas - und alle übrigen Fluggesellschaften - in den vergangenen Monaten massiv zurückgegangen sind. Die Kosten für Treibstoff zählen in der Airline-Branche seit Jahren zu den umfangreichsten Aufwendungen. Bei Fluggesellschaften mit einer großen Flotte und internationalen Verbindungen schwillt die Tankrechnung schnell auf ein Volumen von mehreren Milliarden Euro pro Jahr an. Bei der Lufthansa zum Beispiel lagen die prognostizierten Ausgaben für Flugtreibstoff während des Ölpreishochs zeitweise bei sieben Milliarden Euro.

Mit Hilfe des Sparprogramms will Qantas bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2016/2017 zwei Milliarden australische Dollar einsparen. Dazu sollen unter anderem das Streckennetz verkleinert und 5000 Stellen abgebaut werden.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa