Wirtschaft

"Bei Muslimen nicht willkommen" Qatar-Chef warnt Trump

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(Foto: REUTERS)

"Naiv" findet der Chef der Golf-Airline Qatar Airways die Forderung von Donald Trump nach einem Einreiseverbot für Muslime in die USA. Damit schade sich der Milliardär selbst, sagt Akbar Al Baker.

Der Bewerber für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, macht sich mit seiner Forderung, Muslimen vorübergehend die Einreise in die USA zu verbieten, offenbar auch bei einflussreichen Freunden unbeliebt. "Als Moslem nehme ich ihm das krumm", sagte Akbar Al Baker, Chef der Golf-Airline Qatar Airways, dem Nachrichtensender CNN. "Das habe ich nicht erwartet. Ich habe nicht geglaubt, dass er so naiv ist, so etwas zu sagen", ergänzte Al-Baker und betonte, dennoch weiterhin mit Trump befreundet zu sein

Trump denke nicht daran, dass er in muslimischen Ländern in Projekte investiert habe und dort nicht mehr willkommen sei, sagte der Airline-Chef. "Was er sagt, dient nicht gerade seinen Beziehungen zur muslimischen Welt." Trump hatte wiederholt betont, er habe muslimische Freunde und dass diese seine Forderungen unterstützten.

Al-Baker sitzt unter anderem im Aufsichtsrat von Volkswagen. Das Emirat ist über den Staatsfonds an dem Konzern beteiligt. Qatar Airways gehören knapp zehn Prozent der International Airlines Group, des Dachunternehmens von British Airways und Iberia. Die Airline ist zudem der Trikot-Sponsor des FC Barcelona und lässt sich das jährlich rund 30 Millionen Euro kosten.

Trump hatte die "vollständige und komplette Schließung" der US-Grenzen für Muslime gefordert – und ist damit in den USA auf viel Kritik - aber auch auf Zustimmung - gestoßen. Der Milliardär liegt seit Monaten an der Spitze der Umfragen im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur.

Das konservative Establishment verfolgt den populistischen Kurs des politischen Seiteneinsteigers mit Unbehagen und fürchtet, dass Trumps Auftreten und seine bisweilen fremdenfeindlichen Äußerungen Wähler aus der Mitte verprellen könnten. Zugleich müssten die Republikaner befürchten, dass Trump bei einer eigenständigen Kandidatur das konservative Lager spalten und damit den Demokraten den Sieg bescheren könnte.

Quelle: ntv.de, jga

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