Wirtschaft

Aktionäre drohen mit Prozess RBS will sich mit einer Milliarde freikaufen

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Nach dem Sturm: Acht Jahre danach ist die Finanzkrise bei der Royal Bank of Scotland noch icht überwunden. Gerade erst fiel sie durch den Stresstest der Zentralbank.

(Foto: REUTERS)

In der Finanzkrise verlieren die Aktionäre der Royal Bank of Scotland viel Geld. Seit Jahren streiten sie nun mit der Bank darum, wie viel von den Verlusten der inzwischen verstaatlichte Konzern zurückerstatten muss. Manchen reicht die nun gebotenen Milliarde nicht aus.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) nimmt für einen Schlussstrich unter einen Rechtsstreit um eine mangelnde Informationspolitik gegenüber Aktionären vor einer wichtigen Kapitalinfusion einen teuren Vergleich in Kauf. Das Geldinstitut überweist nunmehr bis zu 800 Millionen britische Pfund oder umgerechnet rund 955 Millionen Euro. Demnach hat die zu 73 Prozent dem britischen Steuerzahler gehörende Bank einen endgültigen Vergleich mit drei von fünf Aktionärsgruppen geschlossen, die für 77 Prozent der Forderungen aus dem Jahr 2008 stehen.

Royal Bank of Scotland
Royal Bank of Scotland 1,23

Laut dem Finanzkonzern ist die nunmehr vereinbarte Summe durch bereits getätigte Rückstellungen gedeckt. Bei dem Fall dreht es sich um eine Not-Kapitalaufnahme während der Finanzkrise. Der Bank wird vorgeworfen, vor der Kapitalmaßnahme die Aktionäre nicht ausreichend über die eigene Finanzkraft informiert zu haben. Das Geldhaus pocht darauf, mit dem Vergleich kein Schuldeingeständnis abgegeben zu haben und sich sehr "energisch" gegen alle Forderungen der Parteien, die sich nicht vergleichen wollten, zu verteidigen. Nach Angaben der Bank wird mit den beiden anderen Aktionärsgruppen noch verhandelt. 

Der Streit bezieht sich auf eine Bargeldspritze von 12 Milliarden Pfund. Sie erfolgte kurz vor der staatlichen Rettung im Jahr 2008. Für den Fall, dass die anderen beiden Aktionärsgruppen nicht doch noch einlenken, ist für 2017 mit einem Gerichtsprozess zu rechnen.

Ursprünglich hatten die Anleger 4 Milliarden Pfund gefordert. Der Bank war sehr daran gelegen, die Angelegenheit möglichst bald aus der Welt zu schaffen, da diese den laufenden Konzernumbau zunehmend beeinträchtigte. Eine der Aktionärsgruppen, die Tausende Kleinanleger vertritt, tritt besonders aggressiv auf. Sie will, dass der Ex-Bankchef Fred Goodwin vor Gericht muss und schlägt bisher alle Vergleichsangebote aus. Für das britische Geldhaus kann es derweil noch schlimmer kommen. Derzeit wird parallel über einen milliardenschweren Vergleich in den USA wegen der toxischen Hypothekenpapiere verhandelt.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ