Wirtschaft

Bildung als drittes Standbein RTL Group schiebt Bertelsmann an

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Eines der einflussreichsten Unternehmen aus Deutschland: Die Zentrale der Bertelsmann SE & Co KGaA sitzt in Gütersloh.

(Foto: © Bertelsmann)

Das Fernsehen bleibt der wichtigste Gewinnbringer für Bertelsmann: Die RTL Group bringt Europas größtem Medienkonzern mehr Geld ein als alle anderen Geschäftsfelder zusammen. Bertelsmann-Chef Rabe stellt neue Ziele in Aussicht.

Der Medienkonzern Bertelsmann steckt sich nach einem guten ersten Halbjahr ehrgeizigere Gewinnziele für die kommenden Jahre. Das Gütersloher Unternehmen profitierte in den ersten sechs Monaten trotz des teuren Umbaus bei Gruner + Jahr ("Stern", "Geo", "Capital") und der Drucktochter Be Printers von den wachsenden Geschäften der RTL Group und der Buchverlagsgruppe Penguin Random House. Teil der RTL Group ist auch die deutsche RTL Mediengruppe mit Kanälen wie RTL, RTL II, RTL Interactive und dem Nachrichtensender n-tv sowie n-tv.de.

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"Das Konzernergebnis wollen wir mittelfristig deutlich steigern in Richtung einer Milliarde Euro", sagt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

(Foto: © Bertelsmann)

Die Prognose für das laufende Jahr konnte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bestätigen. Für das zweite Halbjahr erwartet er weitere Zuwächse. "Das Konzernergebnis wollen wir mittelfristig deutlich steigern in Richtung einer Milliarde Euro", teilte Rabe anlässlich der Halbjahrsbilanz mit. Im Gesamtjahr 2014 hatte Bertelsmann 573 Millionen Euro verdient. Auf dem Weg zur neuen Zielmarke will Rabe unter anderem die Aktivitäten von Bertelsmann im Bereich Bildung ausbauen.

Fernsehen, Verlagswesen und ...

Der Umsatz stieg zwischen Januar und Juni um 2,5 Prozent auf rund 8 Milliarden Euro. Damit erreichte Bertelsmann den höchsten Umsatz seit gut knapp acht Jahren. Beim Umsatzplus hätten sich neben dem soliden Beitrag der RTL Group auch die Erträge aus dem Verlagsgeschäft bei Pengiun Random House positiv bemerkbar gemacht.

Auf Konzernebene gingen durch den Rückzug aus bestimmten Bereichen Erlöse in Millionenhöhe verloren. Diese wurden jedoch, wie es weiter hieß, durch das Verlagsgeschäft und die Expansion im Bildungsbereich mehr als ausgeglichen.

Bertelsmann hatte sich im vergangenen Jahr von weniger profitablen Geschäftsfeldern getrennt. Darunter waren einige Buchclubs und Druckereien im Ausland. Ende 2015 läuft auch das Buchclubgeschäft in Deutschland endgültig aus. Rabe beziffert die Umsatzverluste in diesen Bereichen auf 300 Millionen Euro.

Kompensiert wurden diese unter anderem durch Umsatzzuwächse beim Buchgeschäft von Penguin Random House mit Sitz in New York. Laut Rabe waren hier allerdings neben einigen Bestsellern im Verlagsprogramm auch Währungseffekte entscheidend.

Für das laufende Jahr bleibt Rabe optimistisch. "Sollte sich die weltweite Konjunktur nicht eintrüben, rechnen wir für das Gesamtjahr weiterhin mit höheren Umsätzen und einem höheren Operating Ebitda", sagte der Vorstandschef.

Vorsteuergewinn zieht an

Unter dem Strich kletterte das Ergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um mehr als 50 Prozent von 257 auf 398 Millionen Euro. Dazu beigetragen hätten eine geringere Belastung durch Sonderfaktoren und eine niedrigere Steuerlast.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um knapp 4 Prozent auf den Rekordwert von 1,1 Milliarden Euro. Diese Kennzahl schauen sich Analysten in der Regel besonders genau an: Das Ebitda-Ergebnis gibt Auskunft über den Profit der eigentlichen Geschäfte.

Bildung als drittes Standbein

In einer Telefonkonferenz mit Analysten gab Bertelsmann-Chef Rabe auch Einblick in strategische Überlegungen. Es sei vorstellbar, den Anteil des Konzerns an Penguin Random House weiter aufzustocken, sagte Rabe.

Bertelsmann ist seit 2014 auf großer Einkaufstour. Zuletzt wurde der Bereich Bildung weiter gestärkt. Mitte Juli kündigte der Konzern an, sein Bildungsgeschäft in Brasilien mit einem Fonds zu stärken, der in Wachstumsunternehmen der Branche investieren soll. Langfristig will der Konzern das Bildungsgeschäft als dritte Säule neben Medieninhalten und Dienstleistungen aufbauen.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/dpa/rts