Wirtschaft

Verdacht auf Geldwäsche Razzia bei der Deutschen Bank

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Bei der Razzia soll es um den Verdacht auf Geldwäsche gehen.

(Foto: dpa)

Bei der Deutschen Bank kommt es zu einer Razzia. Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt, des Bundeskriminalamts und der Finanzaufsicht Bafin untersuchen die Räume des Geldhauses. Die Aktie reagiert prompt.

Ermittler haben die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Es habe einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt gegeben, erklärte Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit Geldwäscheverdachtsmeldungen, die das Institut selbst abgegeben habe, teilte ein Sprecher der Deutschen Bank mit. Das Institut kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. In welchem Zusammenhang der Geldwäscheverdacht aufgetaucht, wer betroffen ist oder welchen möglichen finanziellen Umfang der Fall hat, nannte das Geldhaus nicht. Die Aktien der Deutschen Bank weiteten ihre Verluste aus.

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Laut Staatsanwaltschaft waren Beamte des Bundeskriminalamts (BKA), der Finanzaufsicht BaFin und der Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Razzia beteiligt. Weitere Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf andauernde Ermittlungen nicht. Die Finanzaufsicht Bafin lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Ermittler werfen Deutschlands größtem Geldhaus nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor, die betreffenden Geldwäscheverdachtsmeldungen zu spät gestellt zu haben, obwohl es bereits früher Verdachtsmomente gegeben habe. Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf eine mit den Durchsuchungen vertraute Person, bei der Durchsuchung gehe es "um einen Einzelfall aus der Kundensphäre".

Bank tauschte zuständigen Mitarbeiter aus

Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, bei einem Verdacht, dass Kunden Gelder aus kriminellen Geschäften waschen wollen oder dass Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen, dies unverzüglich zu melden. Häufig betreffen solche Verdachtsanzeigen den Korrespondenzbankbereich. Dort hilft die Deutsche Bank mit ihrer globalen Reichweite anderen Geldhäusern bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.

Schon in der Vergangenheit war die Deutschen Bank wegen Geldwäschefällen in die Schlagzeilen geraten. Sie war dabei immer wieder mit Kritik konfrontiert, bestimmte Transaktionen oder Kunden mangelhaft kontrolliert zu haben. Schließlich hatte 2018 die Finanzaufsicht Bafin sogar einen Sonderbeauftragten bei Deutschlands Branchenprimus eingesetzt, um die Umsetzung von vorgeschriebenen Maßnahmen besser überprüfen zu können.

Nach einem weiteren Rüffel der Aufseher im vergangenen Jahr hatte das Institut den Leiter der Geldwäsche-Bekämpfung ausgetauscht. Vorstandschef Christian Sewing versprach stärkere Anstrengungen im Kampf gegen Finanzkriminalität und stellte signifikante Investitionen in Technologie in Aussicht, besonders in Systeme zur Bekämpfung zur Finanzkriminalität.

Quelle: ntv.de, ghö/jwu/DJ/rts/dpa

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