Wirtschaft

Günstiger in die Werkstatt Regierung knöpft sich teure Ersatzteile vor

48930026.jpg

Bei dem "Design-Schutz" handelt es sich um eine Art Urheber- oder Patentrecht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hat das Auto einen Blechschaden, müssen Besitzer oft teure Originalersatzteile kaufen. Das liegt am "Design-Schutz", den die Automobilindustrie für sich beansprucht. Das Bundesjustizministerium will die Regelung abschaffen.

Der Werkstattbesuch könnte für Autobesitzer bald günstiger werden. Bundesjustizministerin Katarina Barley wolle den rechtlichen Schutz für sichtbare Ersatzteile abschaffen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf einen Gesetzentwurf. Durch die vorgeschlagene "Reparaturklausel" würde unter anderem der "Design-Schutz" von Kotflügeln oder Scheinwerfern entfallen. Damit wären nicht nur Originalhersteller berechtigt, diese Ersatzteile herzustellen, sondern auch andere Unternehmen.

Bei dem "Design-Schutz" handelt es sich um eine Art Urheber- oder Patentrecht. Die deutsche Automobilindustrie wehrt sich seit Jahren gegen die Abschaffung. Sie warnt vor Plagiaten aus China und Sicherheitsrisiken für die Autofahrer.

Das Monopol hat in der Regel teure Konsequenzen für die Kunden. Wer diesen Schutz eingetragen hat, darf anderen Herstellern untersagen, dasselbe Design zu verwenden. Häufig kosten Originalersatzteile der Autohersteller deshalb 30 bis 40 Prozent mehr als Ersatzteile von freien Händlern und Unternehmen. Der Handel vermutet, die geplante "Reparaturklausel" würde für mehr Wettbewerb und sinkende Preisen in der Werkstatt sorgen.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

Mehr zum Thema