Wirtschaft

Beeinflusst auch andere BranchenReiche beeindruckt von Stahlwerk, das auf Wasserstoff umstellt

30.07.2026, 20:46 Uhr
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Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Salzgitter AG. (Foto: picture alliance / BMWK/photothek.de)

Die Stahlindustrie ist besonders klimaschädlich. Die CO2-Emissionen radikal zu senken, bedeutet viel Aufwand und hohe Kosten. Der Konzern Salzgitter ist mit einem Vorzeigeprojekt auf einem guten Weg. Das könnte positive Effekte über das Unternehmen hinaus haben.

Die milliardenschwere Umrüstung beim Stahlkonzern Salzgitter für eine klimafreundlichere Produktion hat nach Überzeugung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nachhaltige Auswirkungen auf mehrere Branchen. Das Projekt zeige, dass eine der emissionsintensivsten Industrien mit Erhalt der Arbeitsplätze transformiert werden könne, sagte die CDU-Politikerin bei einem Unternehmensbesuch in Niedersachsen.

Der Konzern hatte Ende 2023 den Umbau seines Stahlwerks begonnen. Statt im kohlebefeuerten Hochofen soll der Stahl dann in einer neuen Anlage entstehen, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff laufen kann. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen. Am Ende soll eine Verminderung der CO2-Emissionen um 95 Prozent stehen. Bund und Land fördern das Vorhaben mit gut 1,3 Milliarden Euro.

Reiche verwies darauf, dass durch die Umstellung auch Unternehmen aus anderen Branchen nachhaltige Produkte in Deutschland bekommen und sie diese nicht im Ausland beschaffen müssen. Das Projekt sei zudem Initiationskeim für weitere Transformation in der zunächst eher zögerlichen Autoindustrie gewesen, sagte die Ministerin.

Ärger über neue EU-Regeln zum Emissionshandel

Erst vor wenigen Tagen hatte Salzgitter-Chef Gunnar Groebler seinen Unmut über die Pläne der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels geäußert. Die Pläne gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und bestraften Unternehmen, die bereits mit dem Umbau begonnen hätten. Die EU-Kommission hatte zuvor eine Abschwächung eines zentralen Klimaschutzinstruments vorgeschlagen.

"Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen", schrieb Groebler als Reaktion auf der Plattform LinkedIn. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, im Gesetzgebungsprozess nachzubessern.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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