Wirtschaft

"Sorgen sind nicht angebracht"Reiche wischt Bedenken über Gasvorräte weg

01.02.2026, 13:49 Uhr
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Katherina Reiche ist überzeugt: Die Versorgung ist abgesichert. (Foto: picture alliance / BMWE/photothek.de)

Der Füllstand der deutschen Gasspeicher liegt bei weniger als 35 Prozent. Grund zur Sorge? Nicht in der Bundesregierung: Wirtschaftsministerin Reiche ist überzeugt, dass Deutschland gut durch den Winter kommt.

Relativ niedrige Füllstände der deutschen Gasspeicher sind laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kein Grund zur Beunruhigung. Die Regierung beobachte die Lage täglich, sagte die CDU-Politikerin am Rande einer Saudi-Arabien-Reise. Die Versorgung sei abgesichert durch Möglichkeiten zum Import von Flüssiggas. Sie sei überzeugt, dass das Land gut durch den Winter komme: "Sorgen sind nicht angebracht."

In den deutschen Gasspeichern befindet sich nach der längeren Frostperiode deutlich weniger Erdgas als in den Vorjahren. Zum Start in den Februar befindet sich der Füllstand bei knapp 35 Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Speicher um diese Zeit zu knapp 60 Prozent gefüllt.

Laut der Preisberichtsagentur Argus Media sind die unterirdischen Speicher so leer wie seit der Energiekrise 2022 nicht mehr. Im Gespräch mit ntv.de sagte die leitende Expertin für den globalen Gas- und LNG-Markt, Natasha Fielding: "Diese Menge reicht aus, um den gesamten Bedarf des Landes für rund sechs Wochen zum bisherigen Durchschnittsverbrauch im Januar zu decken."

Keine reale Gefahr von Engpässen

Die Experten betonen zugleich, dass sich Europa nicht in einer Situation befindet, in der die Gasvorräte Europas fast aufgebraucht sind und eine reale Gefahr von Gasengpässen und Stromausfällen besteht. Als Argument verweisen sie ausdrücklich auf die Energiekrise: Auch 2022 kam es trotz enormer Preisspitzen und der geringen Gasvorräte durch den russischen Angriff auf die Ukraine nie zu Stromausfällen.

Dies deckt sich mit der Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums. Anders als in den Vorjahren stehen inzwischen zusätzliche schwimmende Flüssiggasterminals für die deutsche Gasversorgung zur Verfügung. "Die inzwischen gut ausgebaute LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa ermöglicht neben der bestehenden und sicheren Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Füllstände der Gasspeicher verlieren also an Aussagekraft und Bedeutung.

Problematisch könnte die Lage laut Argus Media dann werden, falls es im Frühjahr zu einem weiteren Kälteeinbruch kommt. Sie erwarten wie im Vorjahr zudem Schwierigkeiten im Sommer, wenn die Speicher wieder aufgefüllt werden: An den Handelsmärkten wird schon jetzt mit einer hohen Nachfrage gerechnet, wodurch die antizipierten Gaslieferungen deutlich teurer werden dürften.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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