Wirtschaft

Kaffee-Imperium der Familie Reimanns bringen Jacobs an die Börse

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Die Milliardärs-Familie hat mehrere Kaffee-Marken und -Hersteller gekauft. Dazu gehört auch "Jakobs".

Die deutsche Unternehmer-Dynastie Reimann mischt seit einigen Jahren auch den Kaffee-Markt im großen Stil auf. Sie kauft Marken wie "Jacobs", "Tassismo" und "Senseo". Das nächste Jahr soll dann der Börsengang folgen - aber erst nach einer Fusion.

Die deutsche Milliardärs-Familie Reimann will ihr Kaffee-Geschäft rund um die Marken "Jacobs" und "Douwe Egberts" im nächsten Jahr an die Börse bringen. Ein Sprecher der Reimann-Holding JAB bestätigte die Pläne. Nach einem Bericht der "Financial Times" soll der Börsengang bis zu drei Milliarden Euro schwer werden und wohl in Amsterdam - der Heimat der niederländischen Traditionsmarke Douwe Egberts - stattfinden. Der JAB-Sprecher wollte sich nicht über Details zum Börsengang äußern.

Vor dem Schritt solle der weltweit zweitgrößte Kaffee-Röster Jacobs Douwe Egberts (JDE) mit der US-Kaffeehauskette Peet's Coffee fusionieren, die bereits zum Imperium der Familie gehört, erklärte der JAB-Sprecher. Die künftige JDE Peet's komme damit auf rund sieben Milliarden Euro Umsatz. Der Löwenanteil davon entfällt auf Kaffeebohnen und Kapsel-Marken wie "Tassimo" und "Senseo" und "Pickwick"-Teebeutel. Geführt werden soll das fusionierte Unternehmen von Peet's-Chef Casey Keller, JDE-Chef Frederic Larmusea steigt dagegen aus dem operativen Geschäft aus. Die weltweite Nummer eins im Kaffee-Markt ist Nestlé.

Bereits im Februar hatte JAB-Chef Peter Harf einen Börsengang von Jacobs Douwe Egberts für "die nächsten zwei bis drei Jahre" angekündigt. Auch das Restaurant-Geschäft um die Imbiss-Kette "Pret-à-manger" solle an den Aktienmarkt gebracht werden, sagte er damals.

Die wohl reichste Familie des Landes

Die verschwiegene Familie Reimann gilt laut "Manager Magazin" mit einem Vermögen von 35 Milliarden Euro als reichste Deutschlands. Grundlage ihres Reichtums war der Ludwigshafener Chemiekonzern Benckiser. In den vergangenen Jahren hat sie sich aber auf die Konsumgüterbranche konzentriert.

Laut dem "FT"-Bericht will JAB mit dem Börsengang vor allem den Co-Investoren eine Möglichkeit zum Ausstieg geben. Die hatte die Beteiligungsfirma der Reimanns für ihre milliardenschweren Investitionspläne an Bord genommen. Seit 2012 haben Staatsfonds, Stiftungen und andere reiche Familien dem Bericht zufolge rund zwölf Milliarden Euro in die JAB-Fonds gesteckt.

Der US-Konsumgüterkonzern Mondelez, der Jacobs 2015 an JAB verkauft hatte, könnte aussteigen. Er hält 26 Prozent an JDE. JAB wolle auch nach dem Börsengang der beherrschende Aktionär bleiben, sagte der Sprecher. Außen vor bleibt dabei die Beteiligung der Reimanns von 67 Prozent am US-Kaffeekonzern Keurig Dr Pepper, der bereits an der New Yoker Börse gelistet ist.

Quelle: ntv.de, hul/rts