Wirtschaft

Kein Ende der Krise in Sicht Reisebranche hofft auf weitere Hilfen

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Der Reiseverband DRV befragte 450 Unternehmen aus der Tourismusbranche zu ihren Aussichten im zweiten Pandemie-Jahr. Das Ergebnis ist ernüchternd.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Die meisten deutschen Reiseunternehmen rechnen auch im aktuellen Tourismusjahr mit massiven Einbußen. Von der Politik erhoffen sie sich laut einer Umfrage weitere Überbrückungshilfen und eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes.

Trotz der an Tempo gewinnenden Impfkampagne blickt die Tourismusbranche mit Sorge auf die kommenden Monate: Reisebüros und Veranstalter rechnen angesichts der Corona-Zwangspause auch im laufenden Tourismusjahr mit einem massiven Geschäftseinbruch. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, weniger als 50 Prozent der Umsätze aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 erzielen zu können, wie aus einer Umfrage des Reiseverbandes DRV hervorgeht. Mehr als zwei Drittel erwarten sogar weniger als 25 Prozent und damit einen neuerlichen Umsatzverlust von mindestens 75 Prozent.

Im vergangenen Tourismusjahr war der Umsatz mit organisierten Reisen wegen der Corona-Krise um 65 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro eingebrochen. Die große Mehrheit der im April befragten 450 Reiseunternehmen fordert von der Politik ein Konzept für einen Neustart. Zudem halten 90 Prozent eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für notwendig. Deren Förderzeitraum läuft bisher bis Juni. Mehr als zwei Drittel sprachen sich auch für eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes aus, um die Belegschaften zu halten.

Scholz fordert Klarheit für Hilfen

"Fast alle an der Umfrage beteiligten Unternehmen haben Wirtschaftshilfen der Bundesregierung beantragt. Das unterstreicht einmal mehr, wie dramatisch die wirtschaftliche Situation in der Reisewirtschaft ist", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Bis das Reisegeschäft wieder auf einem annähernd normalen Niveau angekommen sei, werde es noch dauern. "Die Reisewirtschaft braucht daher weitere Unterstützung und auch rasche Klarheit über die Rahmenbedingungen bei den Überbrückungshilfen und beim Kurzarbeitergeld."

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte jüngst in einem Interview auf Klarheit für weitere Wirtschaftshilfen in der Corona-Pandemie gedrängt. "Ich bin fest überzeugt, dass wir die Wirtschaftshilfen noch mal verlängern und nun bald eine klare Ansage bis Ende des Jahres machen sollten", sagte der SPD-Politiker gegenüber dem "Handelsblatt".

Auch die Regeln zur Kurzarbeit sollten verlängert werden. "Selbst wenn die Pandemie im Sommer größtenteils überstanden sein wird, werden noch viele in diesem Jahr auf Unterstützung angewiesen sein. Die sollen sie dann auch bekommen", so Scholz.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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