Wirtschaft

Dow über 36.000 Punkten Rekordlauf an US-Börsen hält weiter an

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Nachdem der Dow Jones Industrial die Marke von 36 000 Punkten am Vortag nur kurz überschreiten konnte, schaffte er dieses Kunststück nun bis zum Schluss.

(Foto: AP)

An der Wall Street ist der Rekordlauf in die nächste Runde gegangen. Gute Quartalsberichte wurden erneut als Argument für die positive Marktverfassung aufgeführt, die den Rekord des Dow Jones Industrial über die Marke von 36.000 Punkte trieb.

Die Wall Street hat sich in Rekordlaune präsentiert. Die drei wichtigsten Indizes kletterten auf Rekordhochs, der Dow schloss erstmals über der Marke von 36.000 Punkten. Offenbar verlor die zweitägige Sitzung der US-Notenbank ihren Schrecken. Denn es galt als sicher, dass die Fed am Mittwoch ein Zurückfahren der Wertpapierkäufe verkünden und damit den Einstieg in geldpolitische Straffungen wagen wird.

Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,4 Prozent auf 36.053 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zogen um 0,4 bzw. 0,3 Prozent an. Den 1.477 (Montag: 2.481) Kursgewinnern an der Nyse standen dabei 1.892 (866) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 128 (140) Titel. "Praktisch jede Maßnahme, die ergriffen wurde, war von Natur aus inflationär, und der Markt hat das alles sehr gelassen hingenommen. Der Markt wird anderer Meinung sein, aber ich denke, das größte Risiko besteht darin, dass die Fed die Zinsen nicht schnell genug anhebt", sagte Investmentstratege Tim Courtney von Exencial Wealth Advisors mit Blick auf die Fed-Sitzung.

Die konsumdämpfenden Effekte der hohen Inflation seien für die Gewinnentwicklung der Unternehmen vielleicht gefährlicher als geldpolitische Straffungen zur Eindämmung der Inflation, ergänzte ein Händler. Die Agenda der Konjunkturdaten war leer, desto mehr Aufmerksamkeit erhielt die Bilanzsaison.

Gut kam bei Anlegern an, dass der Pharmakonzern Pfizer seine Umsatzprognose erhöht hatte. Die Aktie legte um 4,2 Prozent zu. Im Sog von Pfizer rückten die Titel des deutschen Entwicklungspartners Biontech um 5,5 Prozent vor. Noch euphorischer fiel die Reaktion auf die Geschäftszahlen von Under Armour (+16,3%) aus. Der Sportartikelhersteller hatte sich ebenfalls ehrgeizigere Ziele gesetzt.

Avis Budget Group
Avis Budget Group 216,20

Der Autovermieter Avis Budget meldete Rekordgewinne und -umsätze. Beide Kennziffern übertrafen die Markterwartungen. Dies erklärte aber nicht die Kursexplosion von 108,3 Prozent, es waren sogar tempörär 200 Prozent gewesen. Der heftige Kursanstieg erinnerte an die sogenannten "Meme-Aktien", die in den sozialen Medien hochgejubelt wurden - oft ohne fundamentale Gründe. Beobachter sprachen zudem von massiven Eindeckungen von Leerverkaufspositionen.

Mehr Schatten als Licht enthielten die Zahlenausweise der Düngemittelhersteller Mosaic (-9,2%) und Nutrien (-5,4%). Mosaic steigerte zwar den Umsatz kräftig und kehrte in die Gewinnzone zurück, verfehlte aber die Konsensschätzungen. Nutrien konnte Anleger trotz einer neuerlichen Anhebung des Ausblicks nicht überzeugen. Die Aktie war 2021 auch schon gut gelaufen. Arista und Rogers haussieren Arista schossen um 20,4 Prozent empor. Der Netzwerkhersteller verbuchte besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen und überraschte mit einem üppigen Aktienrückkauf sowie Plänen für einen Aktiensplit.

Facebook (Meta Platforms) beugte sich dem öffentlichen Druck und will ihr Gesichtserkennungssystem in den kommenden Wochen abschalten. Der Kurs ermäßigte sich um 0,6 Prozent. Bei Tesla (-3%) belasteten Aussagen von CEO Elon Musk, wonach es noch keinen Großauftrag von Hertz gibt. Der Autovermieter wollte eigentlich 100.000 Fahrzeuge bestellen. Rogers haussierten um knapp 30 Prozent, DuPont übernimmt die Gesellschaft für 5,2 Milliarden Dollar. DuPont stiegen indes um 8,9 Prozent - auch gestützt von überzeugenden Drittquartalszahlen. Den gesenkten Ausblick verziehen Anleger.

Dollar legt zu - Gewinnmitnahmen bei Öl

Mit der Aussicht auf geldpolitische Straffungen stieg der Dollarindex um 0,2 Prozent. Der Euro verteidigte das am Montag zurückgewonnene Terrain nicht ganz. Bei der Commerzbank sah man "keinen wirklichen Grund" für die Aufwärtsbewegung nach dem deutlichen Rücksetzer vom Freitag. Möglicherweise sei der Markt noch immer unschlüssig, wie er die EZB-Sitzung vom Donnerstag interpretieren solle, meinte Analystin You-Na Park-Heger.

Am Rentenmarkt fielen die Renditen. Anleger führten ihre Wetten über Ausmaß und Tempo der geldpolitischen Straffungen zurück, hieß es. Am Ölmarkt wurden nach dem jüngsten Preisanstieg Gewinne mitgenommen. Übergeordnet stützte jedoch die Erwartung, dass die Opec+-Staaten trotz der steigenden Nachfrage ihre Fördermengen nicht nennenswert erhöhen werden. Ansonsten warteten Akteure auf Daten zu den US-Ölvorräten. Gold gab nach dem Anstieg des Vortages etwas ab. Die Aussicht auf geldpolitische Straffungen und auch der steigende Dollar drückten.

Quelle: ntv.de, jki/DJ

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