Wirtschaft

Prämie wird erhöht Renault verschärft Rabattschlacht

Die Corona-Krise setzt der Auto-Branche schwer zu. Um die Kaufzurückhaltung der Deutschen bei Autos zu beenden, locken Staat und Hersteller bei Elektrofahrzeugen mit einer Prämie. Renault legt nun nach.

Renault läutet die nächste Runde im Kampf um Kunden ein. Der Autohersteller erhöhe die Prämie für den Kauf eines Elektroautos um 1000 Euro, sagte Deutschland-Chef Uwe Hochgeschurtz gegenüber ntv. "Es ist jetzt wirklich Zeit, auch für den deutschen Autofahrer, auf Elektromobilität umzusteigen." Damit bietet Renault einen Nachlass von insgesamt 10.000 Euro - der größere Teil kommt vom Staat.

Die staatliche Kaufprämie wurde 2016 zur Förderung des Elektroautoabsatzes eingeführt. Zunächst gab es bis zu 2000 Euro vom Staat und einen mindestens ebenso hohen Rabatt vom Hersteller. Vor kurzem wurde dieser Wert auf bis zu 3000 Euro erhöht. Im Rahmen des Konjunkturpaketes gegen die Corona-Folgen steigt der staatliche Zuschuss nun vorübergehend auf bis zu 6000 Euro. Neben Renault bieten auch andere Hersteller Nachlässe. So erhöht sich etwa bei BMW die Prämie auf 12.000 Euro, wenn man seinen alten BMW-Diesel eintauscht.

Die große Koalition hatte sich in ihrem 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket in der Corona-Krise auf eine stärkere Förderung von Elektroautos verständigt.

Autoexperte Stefan Bratzel geht derweil davon aus, dass Kunden sich auf weitere Anreize einstellen können. "Automobilhersteller und Händler werden mit verschiedenen Rabattaktionen in den nächsten Monaten die Nachfrage anregen. Sie müssen die Fahrzeuge vom Hof bekommen", sagte der Professor am Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach gegenüber ntv. Das werde nicht nur über den Preis gehen, sondern etwa auch über kostenlose Ausstattungsmerkmale.

Mehr als 200.000 Anträge

Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos hat im Mai die Grenze von 200.000 Anträgen seit Beginn des Programms geknackt. Vom Start im Sommer 2016 bis zum 1. Juni 2020 gingen 206.035 Anträge ein, wie das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle mitteilte. Seit dem letzten monatlichen Zwischenstand am 1. Mai gab es demnach 7714 neue Anträge. Etwas mehr als im Verlauf des Aprils aber deutlich unter dem Rekord im März. Damals gingen mehr als 12.000 Anträge ein. Angesichts der Aufstockung der Kaufprämien im Rahmen des Konjunkturpaketes dürfte auch dieser Rekord aber bald Makulatur werden.

Seit Beginn der Förderung wurden knapp zwei Drittel der Anträge für reine Elektroautos mit Batterie gestellt, gut ein Drittel für Plug-in-Hybride. Die ebenfalls förderfähigen Autos mit Brennstoffzelle spielen mit insgesamt 123 Anträgen nach wie vor keine Rolle.

Auf Herstellerseite haben bisher insbesondere BMW, Renault und VW von der Förderung profitiert. Dahinter folgen Smart, Tesla Mitsubishi und Mercedes Benz.

Quelle: ntv.de, jga/dpa/AFP