Wirtschaft

Kritik an verfügbaren Tests Roche-Chef: Kein Impfstoff vor Ende 2021

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Roche-Chef Schwan trübt die optimistischen Hoffnungen auf einen bald verfügbaren Impfstoff gegen das Coronavirus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Impfstoff könnte der ersehnte Ausweg aus der Corona-Krise sein. Einige Experten hoffen, noch dieses Jahr ein geeignetes Mittel zu finden. Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Roche hält das für sehr unwahrscheinlich. Tests zu früh auf den Markt zu bringen, hält er für "ethisch sehr fragwürdig".

Roche-Chef Severin Schwan hat die Hoffnungen auf eine baldige Verfügbarkeit eines Coronavirus-Impfstoffs gedämpft. Er persönlich halte den Zeithorizont von zwölf bis 18 Monaten angesichts der zu bewältigenden Herausforderungen für ehrgeizig. Üblicherweise dauere die Entwicklung eines Impfstoffs Jahre. Das wahrscheinlichste Szenario sei leider, dass vor Ende 2021 kein Impfstoff verfügbar sei, erklärte Schwan.

Der Roche-Chef übte heftige Kritik an den bislang auf den Markt gebrachten Tests zum Nachweis der Immunität gegen das Virus. Es gebe Tausende Coronaviren und die Schwierigkeit sei, den richtigen zu erkennen. Das erfordere umfangreiche Testreihen und Validierungen. "Es ist ethisch sehr fragwürdig, mit diesem Zeug auf den Markt zu gehen", sagte Schwan.

Roche selbst will bis Anfang Mai einen Coronavirus-Antikörpertest auf den Markt bringen und ab Juni monatlich eine hohe zweistellige Millionenzahl bereitstellen. Solche Tests gelten als ein Schlüsselfaktor, um die einschneidenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie zurückfahren zu können. Der Weltmarktführer bei Krebsmedikamenten ist auch der weltgrößte Anbieter von Geräten und Materialien zu diagnostischen Tests.

Quelle: ntv.de, lwe/rts