Wirtschaft

Russen leeren Geldautomaten Der Rubel stürzt ab

imago0143768535h.jpg

Der Rubel geht wegen der Kriegs-Sanktionen auf Talfahrt.

(Foto: imago images/Silas Stein)

Die russische Zentralbank darf an westlichen Finanzmärkten nicht mehr handeln. Der Rubel stürzt ab. In Russland bilden sich Schlangen vor den Geldautomaten.

Die russische Wirtschaft spürt die ersten Auswirkungen der neuen westlichen Sanktionen wegen des Angriffskriegs in der Ukraine. Der Rubel stürzte an diesem Montag gegenüber dem US-Dollar um mehr als 40 Prozent auf ein Rekordtief ab. Ein Dollar kostet nun 119 Rubel.

Rubel / US-Dollar
Rubel / US-Dollar ,02

Zu den Einschränkungen aufgrund des von Präsident Wladimir Putin befohlenen Einmarschs gehört auch, dass die russische Zentralbank an den westlichen Finanzmärkten keine Transaktionen zur Stützung ihrer Währung mehr machen kann.

Bereits am Samstag hatten die westlichen Staaten russische Banken als Teil der Maßnahmen gegen Moskau vom internationalen Swift-Finanzsystem ausgeschlossen. Der Swift-Ausschluss soll die russische Wirtschaft hart treffen: Die betroffenen Banken können nicht mehr mit Geldhäusern in anderen Ländern kommunizieren. Dies wird Zahlungs- und Warenströme verlangsamen oder ganz verhindern.

Russlands Zentralbank versucht, den Druck auf den Rubel und das heimische Finanzsystem zu vermindern. Am Morgen hob sie den Leitzins um 10,5 Prozent auf 20 Prozent an. Zuvor hatte sie Wertpapierhändlern verboten, russische Wertpapiere im Besitz von Ausländern zu verkaufen. Der russische Aktienmarkt war in der vergangenen Woche eingebrochen, Investoren trennten sich von russischen Anleihen.

In Russland kommt es derweil zu Schlangen an Geldautomaten. Sollten Russen massenhaft Geld abheben, würde das dortige Banken-System in erhebliche Schwierigkeiten kommen. "Seit Donnerstag rennen alle von Geldautomat zu Geldautomat, um Bargeld zu bekommen. Einige haben Glück, andere weniger", sagte ein Mann mit Vornamen Pjotr in St. Petersburg. Sie fürchten, dass die Banken wegen der neuen westlichen Sanktionen Bargeldabhebungen einschränken könnten und der Zahlungsverkehr gestört wird.

Quelle: ntv.de, tsi/jga/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen