Wirtschaft

Angst um Flugzeuge Russische S7 streicht internationale Flüge

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Die russische Fluggesellschaft S7 fliegt keine internationalen Ziele mehr an. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / Ralph Goldmann)

Russische Fluggesellschaften sind von den westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs hart betroffen. So wird die russische Fluglinie S7 nicht mehr international fliegen, und auch Aeroflot-Flüge werden bei zwei Buchungsgiganten nicht mehr verkauft.

Wohl aus Angst vor einer Beschlagnahmung ihrer Maschinen stellt die russische Fluglinie S7 ihre internationalen Verbindungen ein. Von diesem Samstag an gebe es keine Flüge mehr ins Ausland, teilte die Airline mit. Russische Passagiere, die derzeit im Ausland weilen, sollen aber auch mithilfe von Partnern noch zurückgeholt werden. Wer nun nicht mehr fliegen kann, erhält demnach sein Geld zurück.

Erst am Vorabend hatte S7 mitgeteilt, die Airline reduziere die internationalen Verbindungen, halte aber grundsätzlich an Flügen ins Ausland fest. Am Freitag sagte S7 dann mehrere internationale Flüge ab. Betroffen waren Verbindungen nach Ägypten, in den Kaukasus sowie nach Zentral- und Ostasien - obwohl dort anders als in der EU und Nordamerika kein Flugverbot für russische Flugzeuge wegen des Ukraine-Kriegs gilt. Zuvor waren mindestens zwei Fälle bekannt geworden, in denen russische Passagiermaschinen festgehalten wurden: eine Boeing 737 der Billig-Airline Pobeda in Istanbul sowie eine Boeing 777 von Nordwind in Mexiko.

Auch andere russische Fluggesellschaften werden nur in begrenztem Umfang internationale Flüge durchführen können. Die russische Fluggesellschaft Aeroflot verliert weitere wichtige Geschäftspartner. Mit dem US-Unternehmen Sabre und der spanischen Amadeus IT Group kappten zwei der größten Buchungssystemanbieter für Flugtickets die Geschäftsbeziehungen zu der Airline. "Wir beziehen Stellung gegen diesen militärischen Konflikt", erklärte Sabre-Chef Sean Menke zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sein Unternehmen werde Aeroflots Angebot mit sofortiger Wirkung aus seinem Buchungssystem entfernen. Sabre halte sich an die Sanktionen gegen Russland und prüfe, ob weitere Maßnahmen nötig sein könnten.

Der in Madrid ansässige Sabre-Wettbewerber Amadeus erklärte ebenfalls, Aeroflot aus seinen Systemen zu streichen. Angesichts der Attacken auf die Ukraine habe das Unternehmen auch alle neuen geplanten Geschäftsprojekte in Russland unverzüglich gestoppt und werde dort bis auf Weiteres keine Verträge mehr abschließen. Damit wird Aeroflot immer weiter abgeschottet. Sabre und Amadeus sammeln Informationen zu Flugplänen, Sitzplatzverfügbarkeiten und Ticketpreisen. Sie ermöglichen es Reisevermittlern sowohl online als auch in ihren Läden Flugangebote zu vergleichen und für Kunden Tickets zu reservieren. Für Airlines sind sie äußerst wichtig.

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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