Exportstopp und VerkaufslimitRussland geht wohl der Treibstoff aus

Die Ukraine will Russland mit Angriffen auf Ölanlagen eine Einnahmequelle für den Angriffskrieg entziehen. Das sorgt zunehmend für eine Treibstoffknappheit im Land. Jetzt versucht Moskau, mit verschiedenen Verboten gegenzusteuern.
Russland hat angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und andere Energieinfrastruktur die Ausfuhr von Flugtreibstoff bis zum 30. November verboten. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten, teilte die Regierung in Moskau mit.
Russland exportiert Flugtreibstoff hauptsächlich per Bahn nach Zentralasien, insbesondere nach Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Öl- und Gasanlagen tief in Russland verstärkt, um wichtige Einnahmequellen für den Angriffskrieg der Führung in Moskau zu schwächen.
Auch auf der Krim macht Russland offenbar eine Treibstoffknappheit zu schaffen. Die Behebung dieser Probleme habe hohe Priorität, teilt das Präsidialamt in Moskau mit. Man arbeite an einer Lösung.
Zuvor hatten die Behörden auf der 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Begrenzungen für die Ausgabe von Benzin eingeführt. Benzin der Marke AI-95 - entspricht Super in Europa - werde vorrangig an öffentliche und soziale Verkehrsmittel abgegeben, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter der Region, Sergej Aksjonow, am Wochenende auf Telegram mit. Normale Bürger könnten den Treibstoff nur mit Bezugsschein tanken - dann ohne Mengenbegrenzung. Für die Marke AI-92 (Normal) gelte wiederum eine Obergrenze von 20 Litern.
"Das Tanken in Kanister ist verboten", schrieb Aksjonow zudem. Damit soll offenbar Hamstern verhindert werden. Seinen Angaben nach gelten die Beschränkungen zunächst für einen Zeitraum von 30 Tagen. Im Internet kursieren derweil zahlreiche Videos von langen Schlangen vor den Tankstellen auf der Krim.
Seit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die Ukraine dient die Krim als Versorgungsbasis für die im Süden der Ukraine angreifenden russischen Truppen. Daher ist die Halbinsel vermehrt ins Visier ukrainischer Drohnen- und Raketenangriffe gerückt. Gerade Ölanlagen geraten zunehmend unter Beschuss. Kiews Ziel ist es, die Versorgung der Besatzungstruppen zu erschweren.