Wirtschaft

Als Gas-Transitland interessant Russland schreibt die Ukraine nicht ganz ab

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Gazpromchef Miller: Die Ukraine will die jetzige Transitgebühr von 2,70 US-Dollar pro Tausend Kubikmeter je 100 Kilometer auf fünf Dollar erhöhen.

(Foto: REUTERS)

Der russische Gasgigant Gazprom will keinen neuen Vertrag mit der Ukraine über Durchleitungsgebühren unterzeichnen, sollte die Regierung in Kiew dafür inakzeptable Bedingungen stellen. Allerdings: Die Russen wären auch Gesprächen bereit.

Trotz politischer Krise und neuer Pipeline-Pläne hat Russland eine Verlängerung des 2019 auslaufenden Gas-Transitvertrags mit der Ukraine nicht ausgeschlossen. Präsident Wladimir Putin habe den Staatskonzern Gazprom mit Sondierungsgesprächen beauftragt, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller in Moskau. Erst vor kurzem hatte der Energieriese noch eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nach 2019 grundsätzlich ausgeschlossen.

Die jährlichen Gebühren von mehr als einer Milliarde US-Dollar von Russland sind wichtige Einnahmen für die finanzschwache Ukraine. Durch die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik fließt etwas mehr als die Hälfte des russischen Gases für die Europäische Union.

Miller betonte, Gazprom denke nicht an eine schlichte Verlängerung des 2009 geschlossenen Abkommens. "Die Vereinbarung läuft noch mehr als vier Jahre - in dieser Zeit werden wir mit unseren ukrainischen Partnern verhandeln", sagte der kremlnahe Manager. Das Unternehmen werde "keinen für uns unannehmbaren Transitvertrag unterschreiben".

Putin hatte vor kurzem kritisiert, das Transportnetz des Nachbarlands sei marode - auch die EU unternehme nichts für dessen Sanierung. Deshalb sorge Russland für Alternativen, etwa durch den Ausbau der Ostseepipeline Nord Stream und der Schwarzmeerleitung Turkish Stream.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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