Wirtschaft

99 Prozent weniger Passagiere Ryanair beklagt historisch schlechtes Quartal

Der Billigflieger Ryanair verzeichnet im zweiten Corona-Quartal einen Verlust von 185 Millionen Euro. Nun soll es der Sommer mit dem wieder anziehenden Reiseverkehr richten. Aber da ist auch noch die Angst vor der zweiten Welle.

Der irische Billigflieger Ryanair hat wegen der weltweiten Corona-Beschränkungen von April bis Juni einen Verlust von 185 Millionen Euro verzeichnet. Das ist aus Sicht der Analysten zumindest besser als die erwarteten 232 Millionen Verlust. Das vergangene Quartal sei das schwierigste in der 35-jährigen Geschichte der Airline gewesen, erklärte die Fluggesellschaft. Im Vorjahresquartal hatte Ryanair noch 243 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Angesichts der Corona-Auswirkungen hatte die Airline bereits die Streichung von etwa 3000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Die Passagierzahlen seien von 42 Millionen im Vorjahresquartal auf 500.000 abgestürzt - ein Einbruch um 99 Prozent. Insgesamt rechnet Ryanair im laufenden Geschäftsjahr mit einem Rückgang der Fluggastzahlen um rund 60 Prozent. Der Umsatz brach durch die massiven Reiseeinschränkungen ein und lag bei 125 Millionen Euro, wie die Airline mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte er noch bei 2,3 Milliarden Euro gelegen.

70 Prozent im September

Während der Flugbetrieb in der Zeit nahezu eingestellt worden war, stellen Analysten positiv heraus, dass eine respektable Auslastung von 60 Prozent erzielt worden sei. Im zweiten Geschäftsquartal, das den Großteil der wichtigen Sommersaison umfasst, soll der Verlust aber geringer ausfallen als im abgelaufenen Jahresviertel, da der Flugverkehr seit 1. Juli wieder anzieht.

Ryanair geht davon aus, im Juli 40 Prozent des normalen Flugplans zu bedienen - im August sollen es 60 und im September 70 Prozent sein. Eine Gewinnprognose wagte das Management um Ryanair-Chef Michael O'Leary weiterhin nicht. O'Leary warnte vor einer möglichen zweiten Corona-Welle im Spätherbst zum Beginn der jährlichen Grippesaison. "Das ist gerade unsere größte Angst", sagte er

Quelle: ntv.de, shu/AFP/dpa/rts/DJ