Wirtschaft

Strafzölle in den USA Salzgitter-Kurs gerät in Bedrängnis

"America first" ist Donald Trumps Parole im Wahlkampf. Als US-Präsident lässt er nun Taten folgen: Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter räumt ein, seit Ende März Strafen zahlen zu müssen. Die Anleger reagieren.

Im deutschen Nebenwerteindex MDax waren Salzgitter am Dienstag die größten Verlierer. Während der MDax leichte Verluste verbuchte, gaben die Titel des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers in der Spitze mehr als 4 Prozent ab und pendelten sich dann am Ende um einen Abschlag von 3,4 Prozent ein. Der Grund dafür lag in den USA.

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Im US-Anti-Dumpingverfahren gegen deutsche und andere europäische Stahlunternehmen hatte der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller die Zahlung von Strafzöllen bestätigt. "Das ist seit dem 30. März rechtskräftig, und unser Produkt Grobblech wird seitdem mit Strafzöllen von 22,9 Prozent belegt", sagte Konzernsprecher Bernhard Kleinermann. Sie würden aber nicht rückwirkend erhoben, betonte er.

Der MDax-Konzern wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erneut entschieden zurück. Das US-Geschäft trägt sechs Prozent zum Umsatz des Stahlkochers bei.

Eine Kommission soll am 15. Mai noch separat befinden, ob durch die vorgeworfenen Dumpingpraktiken eine Schädigung entstanden ist. Salzgitter soll Waren unterhalb der Herstellungskosten verkauft haben, so der Vorwurf. Die US-Regierung sieht ihre Vorwürfe gegen mehrere ausländische Stahlproduzenten bestätigt, darunter auch die Dillinger Hütte. Die Regierung geht von Dumping aus, wenn Produkte unterm "fairen Wert" verkauft werden.

Beim Anti-Dumping-Verfahren geht es um Grobblech, mit dem ein eigenes Salzgitter-Rohrwerk in den USA versorgt wird. Kleine Mengen seien auch außerhalb dieses Werks in den USA verkauft worden, so das Unternehmen. Gegenstand der Untersuchung waren Produktlieferungen von rund 200.000 Tonnen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa