Wirtschaft

"Sehr gute Rahmenbedingungen" Sanktionen sorgen bei K+S für volle Kassen

283129156.jpg

K+S - hier ein Abraumhalde - profitiert von gestiegenen Preisen.

(Foto: picture alliance / dpa-Zentralbild)

Durch die Sanktionen wegen des Überfalls auf die Ukraine sind die großen Kali-Produzenten aus Belarus und Russland vom Markt abgeklemmt. Das sorgt für höhere Preise und eine steigende Nachfrage bei der Konkurrenz. Bei K+S etwa verdoppeln sich die Einnahmen. Andere Kennzahlen legen noch stärker zu.

Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S ist dank der während des Ukraine-Kriegs kräftig gestiegenen Kalipreise auf Höhenflug. "Wir hatten sehr gute Rahmenbedingungen für unser Geschäft. Insbesondere das fehlende Angebot aus Belarus und Russland spielte hier eine Rolle, was sich auch auf den Kalipreis niedergeschlagen hat", sagte Vorstandschef Burkhard Lohr. "Mit dem hohen Preis für Kali-Produkte haben wir dieses gute Quartalsergebnis erzielt."

K+S
K+S 19,00

Im zweiten Quartal sprang das operative Ergebnis binnan Jahresfrist von 112 Millionen auf 706 Millionen Euro, wie das Kasseler Unternehmen mitteilte. Den Umsatz konnte K+S weit mehr als verdoppeln, von 664 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro. Seine Jahresziele bekräftigte K+S trotz möglicher Belastungen bei einer Gasmangellage.

Durch den Krieg in der Ukraine sind Düngemittel immer knapper und teurer geworden. Dazu haben auch die Sanktionen gegen die Wettbewerber Belaruskali aus Belarus und die russische Uralkali beigetragen, die zusammen für rund ein Drittel der Weltproduktion von Kali - einem der Hauptnährstoffe von Pflanzen - stehen. K+S stellt rund zehn Prozent des weltweiten Kalis her.

Kosten können mehr als ausgeglichen werden

Seit Beginn des Krieges haben die bereits zuvor deutlich gestiegenen Marktpreise nochmals kräftig zulegt und zwischenzeitlich neue Höchststände erreicht. In nahezu allen Märkten sind sie in den vergangenen Wochen aber wieder gesunken.

K+S erzielte für sein komplettes Produktportfolio im zweiten Quartal Durchschnittspreise von 641 (Vojahreszeitraum: 264) Euro je Tonne in Europa und von 727 (293) Dollar je Tonne in Übersee. Im zweiten Halbjahr erwartet Lohr nochmals etwas bessere Preise. Das Unternehmen geht davon aus, dank des starken Preisanstiegs höhere Kosten für Energie, Logistik und Material mehr als ausgleichen zu können.

Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Lohr weiter mit einem operativen Ergebnis von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 969 Millionen), obwohl er mit Belastungen bei einer möglichen Gasmangellage rechnet. Dabei erwartet Lohr nicht nur Mehrkosten für den Gasbezug, sondern geht dabei auch davon aus, dass K+S nur noch 75 Prozent seines Gasbedarfs im vierten Quartal erhalten wird. "Hier gibt es dann Kompensationsmöglichkeiten, teilweise durch Strom und Öl, und haben das kalkuliert und dabei kommt ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag heraus. Das haben wir in die Prognose mit aufgenommen", sagte Lohr.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen