Wirtschaft

Bis zu 16 neue Kernkraftwerke Saudi-Arabien plant den Atom-Einstieg

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Ölstaat Saudi-Arabien: Der Rohstoffreichtum macht das Land anfällig für Preisschwankungen am Weltmarkt.

REUTERS

Weg vom Öl: In Saudi-Arabien führt die Energiewende in eine ganz andere Richtung als in Deutschland. Das rohstoffreiche Königreich am Golf will die Stromversorgung auf Nuklearenergie umstellen. Geplant sind, heißt es, "hohe Sicherheitsstandards".

Saudi-Arabien hat den Einstieg in die Atomenergie beschlossen: Das Kabinett des Ölstaats billigte einen Nationalen Atomenergieplan, der den Bau von bis zu 16 Kernkraftwerken in den kommenden 20 Jahren vorsieht, wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Der Plan sehe "hohe Sicherheitsstandards" für die Kraftwerke vor, hieß es. Außerdem sei darin festgeschrieben, dass Saudi-Arabien die Atomenergie nur für friedliche Zwecke nutzen werde.

Das autoritär geführte Königreich ist der weltgrößte Erdöl-Exporteur. Das saudische Königshaus arbeitet seit Jahren daran, die Energieversorgung des Landes breiter aufzustellen und die Abhängigkeit der Staatsfinanzen vom Ölpreis zu verringern.

Mit dem Einstieg in die nukleare Stromerzeugung will die Regierung zudem den enormen Ölverbrauch im eigenen Land verringern. So soll noch mehr des Schwarzen Goldes für den Export zur Verfügung stehen.

Atommächte am Golf

Kritiker äußerten die Befürchtung, dass Saudi-Arabien sein Atomprogramm auch mit Blick auf die rivalisierende Regionalmacht Iran aufbaut. Die Islamische Republik Iran arbeitet seit Jahren selbst an der Nutzung der Atomenergie. In einem internationalen Atomabkommen verpflichtete sich das Land, auf eine militärische Nutzung zu verzichten. Die Regierung in Riad beteuert, dass sie keine militärischen Absichten mit ihrem Nuklearplan verfolge.

Für den Bau der Kraftwerke sind etwa 80 Milliarden Dollar (64,5 Milliarden Euro) veranschlagt. Unternehmen aus den USA, Russland, Frankreich, China und Südkorea bemühen sich bereits um Aufträge. Das Thema dürfte auch bei dem für kommende Woche geplanten Washington-Besuch von Kronprinz Mohammed bin Salman eine Rolle spielen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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