Chinesen steigen bei Man City einScheich Mansur erzielt Traumrendite

Das nennt man gutes Geschäft: Für mehrere hundert Millionen Dollar verkauft Scheich Mansur bin Zayed Al Nahyan einen Anteil seines Klubs Manchester City an Chinesen. Die Summe ist so hoch, dass Mansurs ursprüngliches Investment wie ein Schnäppchen erscheint.
Als Scheich Mansur bin Zayed Al Nahyan 2008 den englischen Fußballklub Manchester City kaufte, galt das als überaus riskantes Investment. Schließlich überwies seine Abu Dhabi United Group dem Vernehmen nach zwischen 350 und 400 Millionen Dollar an den Eigentümer, den ehemaligen thailändischen Premier Thaksin Shinawatra.
Nun stellt sich heraus: Das Mitglied der Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate hatte den richtigen Riecher. Ein chinesisches Konsortium kaufte sich nun beim englischen Tabellenführer ein – für satte 400 Millionen Dollar. Dafür gab es nicht den ganzen Klub, sondern lediglich einen Anteil von 13 Prozent an der Dachgesellschaft von Man City, CFG, zu der auch kleine Vereine in New York, und Melbourne sowie eine Beteiligung am japanischen Klub Yokohama Marinos gehören.
Mit anderen Worten: Der Klub wird durch den Einstieg der Chinesen mit knapp drei Milliarden Dollar bewertet. Das macht für den Scheich eine Rendite von 650 Prozent. Das ist nicht schlecht, selbst wann man die hohen Kosten für Ablösesummen und die immensen Spielergehälter berücksichtigt. Rund eine Milliarde Dollar soll Mansur in den vergangenen sieben Jahren in seinen Klub gesteckt haben.
Der Klub war 2002 in die Premier League aufgestiegen und dümpelte seitdem im Mittelfeld der Liga vor sich hin. Durch das Geld des Scheichs wurde Manchester City ein Spitzenklub und feierte zweimal die Meisterschaft.
Die neuen Investoren aus der Volksrepublik sind zwei Fonds, China Media Capital (CMC) und CITIC Capital. Das Investment sei eine "erstklassige Gelegenheit, um Chinas Beitrag für die weltweite Fußballfamilie auszubauen", sagte CMC-Vorstand Ruigang Li. Auch der CFG-Vorsitzende Khaldoon Al Mubarak gab sich euphorisch: "Fußball ist der am meisten geliebte, gespielte und verfolgte Sport der Welt, auch in China ist das Wachstum einzigartig und aufregend." Chinas Präsident Xi Jinping, ein bekennender Fußballfan, hatte den Man City im Oktober besucht.
Europäischer Fußball, insbesondere in der englischen Premier League, erfreut sich in China großer Beliebtheit. Andere chinesische Investoren haben auch ein Auge auf die spanische Liga geworfen. Das Immobilienkonglomerat Dalian Wanda etwa hat im Januar 52 Millionen Dollar für einen 20-Prozent-Anteil an Atletico Madrid ausgegeben. Die chinesische Entertainment-Gruppe Rastar hat jüngst eine Vereinbarung über den Kauf von 56 Prozent an Espanyol Barcelona geschlossen.
Weltweit sind chinesische Firmen auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten im Bereich Sport und Unterhaltung. Im Januar hatte sich der Internetgigant Tencent die Übertragungsrechte an der US-Basketballliga NBA für das chinesische Festland gesichert. Dem Vernehmen nach hatte der Deal ein Volumen des Deals von mindestens 500 Millionen US-Dollar.
Dalian Wanda kaufte dieses Jahr die Ironman-Triathlon-Serie für 650 Millionen Dollar plus Schulden und gab 2012 rund 2,6 Milliarden Dollar für die US-Kinokette AMC Entertainment aus.