Wirtschaft

Fleischindustrie ohne Abnehmer Schlachtbetriebe klagen über "Schweinestau"

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Viele Schweine dürfen - oder müssen - zurzeit länger leben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Etwa 25.000 Schweine sterben täglich im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück. Dann kommt es zum Corona-Ausbruch und zur vorübergehenden Schließung. Seitdem wissen die Tierhalter nicht, wohin mit Hunderttausenden Schweinen in Schlachtreife.

Schweinehalter in Deutschland haben wegen mangelnder Schlachthof-Kapazitäten weiterhin Probleme, Abnehmer für ihre Tiere zu finden. Jede Woche erreichten mehr Schweine die Schlachtreife, könnten aber nicht wie geplant geschlachtet werden, sagt der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Torsten Staack, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir bauen derzeit also sogar noch weitere Überhänge auf. Unter dem Strich reden wir derzeit über etwa 400.000 Schweine, die noch immer quasi in der Warteschleife stehen."

Tierhalter stehen vor großen Problemen, seit der Tönnies-Schlachthofs in Rheda-Wiedenbrück wegen eines großflächigen Corona-Ausbruches in der Belegschaft geschlossen werden musste. Vor der Schließung wurden dort 25.000 Schweine täglich geschlachtet. Auch andere Schlachthöfe arbeiten laut Bericht der "NOZ" derzeit nicht mit 100 Prozent Auslastung. Die Lage bleibe angespannt, sagte Staack der Zeitung.

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte der "NOZ", er wisse um die Bedeutung des Tönnies-Schlachthofs für die Landwirtschaft. An der Schließung habe aber kein Weg vorbeigeführt. Unter den jetzigen Auflagen sei ein sicheres Arbeiten für die Beschäftigten aber wieder möglich. "Der Betrieb schlachtet wieder. Das ist gut so", sagte Laumann.

Am Hauptstandort von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es Mitte Juni einen schweren Corona-Ausbruch mit mehr als 1400 infizierten Beschäftigten gegeben. Der Betrieb wurde daraufhin bis Mitte Juli geschlossen.

Quelle: ntv.de, chr/AFP