Wirtschaft

Ostern wichtiger als Weihnachten Schoko-Branche erwartet Ansturm

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Süße Versuchung im Frühjahr: An Ostern geben die Deutschen fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich für Saisonartikel aus.

(Foto: dpa)

Hasen, Eier, Osternester: In der Woche vor dem Fest kaufen die Deutschen mehr Süßigkeiten als in allen anderen Wochen des Jahres - mehr sogar als an Weihnachten. Nur ein wichtiger Faktor könnte den Händlern noch das Geschäft des Jahres verderben.

An Ostern wird in Deutschland offenbar besonders viel genascht. "In keiner anderen Woche haben die Deutschen im vergangenen Jahr so viel Geld für Süßigkeiten ausgegeben wie in der Osterwoche", erklärt Michael Greiss vom Marktforschungsunternehmen Nielsen. Nicht einmal die Woche vor Weihnachten kann im Vergleich zum Naschwahn an Ostern mithalten.

Insgesamt gaben die Bundesbürger im vergangenen Jahr laut Nielsen rund 447 Millionen Euro für Osterhasen, Schokoeier und andere saisonale Osterartikel aus. Das entspricht rund 5,60 Euro pro Kopf. Dabei ist das Schokoladen-Osterei nach wie vor die liebste Osternascherei. Fast 40 Prozent ihres Budgets für Ostersüßigkeiten geben die Bundesbürger allein dafür aus. Erst an zweiter Stelle in der Beliebtheitsrangliste folgt demnach der Schokoladen-Osterhase.

Auch wenn Lust auf Süßes vor Ostern besonders groß ist, den Preis verlieren die Deutschen deshalb nicht aus den Augen. Die meisten Ostersüßigkeiten kaufen sie beim Discounter. Bei Ostereiern liegt der Umsatzanteil von Aldi, Lidl und Co. bei fast 60 Prozent. Bei Osterhasen beträgt er immerhin noch 32,5 Prozent. Hier können aber auch Verbraucher- und Supermärkte mit ihrer größeren Auswahl punkten. Neben den klassischen Produkten finden sich inzwischen nach Angaben des Süßwarenhandelsverbands Sweets Global Network auch immer mehr Nischenprodukte im Osterangebot. Die Bandbreite reicht von Bio-Osterprodukten über vegane und fair gehandelte Süßigkeiten bis zu laktose- und glutenfreien Varianten.

Risikofaktor Außentemperatur

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Nach der eher enttäuschenden Ostersaison 2016 hofft die Branche in diesem Jahr wieder auf bessere Geschäfte. Immerhin dauert die Saison wegen des späteren Ostertermins zwei Wochen länger als im vergangenen Jahr.

Eine wichtige Rolle spielt dabei allerdings auch das Wetter. Die Grundregel sei: Bei kühlem Regenwetter greifen die Kunden lieber zu Schokolade und anderem Naschwerk als bei sommerlichen Temperaturen. Auch wenn die vergangenen Wochen ungewöhnlich warm waren, hat die Branche die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

"Die Umsätze werden vor allem in der letzten Osterwoche entschieden, in der der Abverkauf massiv anzieht", sagte Sweets-Global-Vorstandschef Hans Strohmaier. Für die kommende Woche sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander fürs Erste den Durchzug einer Kaltfront voraus.

Anbauschwerpunkt: Afrika

Ein weiterer Faktor dürfte den großen Schokoladenproduzenten in diesem Jahr zusätzlichen Rückenwind verleihen. Am Weltmarkt für Kakao sind die Preise zuletzt deutlich gefallen. An den US-Rohstoffbörsen bezahlten Einkäufer für eine Tonne Kakaobohnen zuletzt nur noch etwas mehr als 2000 US-Dollar. Das Preisniveau liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Ende 2015 mussten Investoren für eine Tonne Kakaobohnen in der Spitze noch 3240 Dollar hinblättern.

Die Hauptanbauregionen für Kakao liegen in den Tropen. Top-Exporteure sind Länder wie Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien, Nigeria, Ecuador, Brasilien, Kamerun und Papua-Neuguinea, wobei die Kakao-Produzenten in der Elfenbeinküste den Markt dominieren. Kakao zählt zu den sogenannten Cash-Crops, also zu jenen Agrarrohstoffen, die in den Anbauländern teils erhebliche Beiträge zu den Exporterträgen liefern, und die auch für internationale Investoren von großem Interesse sind. Gehandelt werden Kakaobohnen und Kakaoprodukte wie Kakaobutter vor allem an den großen Rohstoffbörsen in New York und London.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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