Wirtschaft

Phase schwächerer PreiseShell verdient weniger - Aktienrückkauf geht weiter

05.02.2026, 12:12 Uhr
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Shell kauft das 17. Quartal in Folge für mehr als drei Milliarden Dollar eigene Papiere zurück. (Foto: picture alliance / HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com)

Ölfirmen verdienen weiter gutes Geld - doch die Überschüsse fallen zunehmend geringer aus. Shell investiert aber weiter erheblich in die Kurspflege und Aktionärsbindung.

Niedrigere Ölpreise haben dem britischen Energiekonzern Shell zum Jahresende einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der bereinigte Gewinn fiel zwischen Oktober und Ende Dezember um elf Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte. Damit verfehlte Shell die Erwartungen von Analysten. Belastet wurde das Ergebnis von den gesunkenen Energiepreisen sowie einem schwächeren Handelsgeschäft mit Öl. Der Preis für die Nordseesorte Brent lag im Quartal im Schnitt bei rund 63 Dollar je Barrel nach etwa 74 Dollar ein Jahr zuvor.

Dennoch will der Konzern seine Dividende um vier Prozent anheben. Zudem soll das Aktienrückkaufprogramm in den kommenden drei Monaten fortgesetzt werden und unverändert bei 3,5 Milliarden Dollar liegen. Damit steigen die Ausschüttungen an die Aktionäre in den vergangenen vier Quartalen auf 52 Prozent des operativen Barmittelzuflusses. Dies liegt über der von Shell angestrebten Spanne von 40 bis 50 Prozent. Finanzchefin Sinead Gorman bezeichnete die Einhaltung der Spanne im Schnitt der vergangenen zwölf Monate jedoch als "unantastbar".

Der Aktienrückkauf in diesem Quartal ist der 17. in Folge, in dem der britische Energieriese Aktien im Wert von mindestens drei Milliarden Dollar zurückkauft. Die europäischen Konkurrenten BP und TotalEnergies haben das Tempo ihrer Rückkäufe im vergangenen Jahr verlangsamt, während Equinor am Mittwoch seinen Rückkauf für 2026 kürzte.

Energieunternehmen stellen sich angesichts eines gebremsten Nachfragewachstums bei Öl und eines hohen Angebots auf eine Phase schwächerer Preise ein. Dies hat die Renditen unter Druck gesetzt, aber die im Vergleich zu den Wettbewerbern stärkere Bilanz von Shell bedeutet, dass die Aktionärsrenditen widerstandsfähiger waren.

Shell hat Kostensenkungen und Kapitaldisziplin zu einer zentralen Säule seiner Strategie gemacht, um Investoren für sich zu gewinnen. Das Unternehmen habe bis heute strukturelle Kostensenkungen in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar seit 2022 erzielt und liege damit über den geplanten Kürzungen von 5 bis 7 Milliarden Dollar bis 2028, teilte es mit.

Auch Equinor arbeitet mit dem Rotstift: Die Betriebskosten sollen in diesem Jahr um ein Zehntel sinken. Zudem wurde der Ausblick für die organischen Investitionsausgaben bis 2027 um vier Milliarden Dollar gekürzt. Das bereinigte Betriebsergebnis - die vom Unternehmen bevorzugte Kennzahl - sank auf Jahressicht um mehr als ein Fünftel auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Damit schnitten die Norweger aber besser ab als erwartet. Unterdessen fiel der Nettogewinn auf 1,3 Milliarden Dollar. Trotz der schwächeren Gewinne will das Unternehmen in diesem Jahr Aktien im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Dollar zurückkaufen, wie es am Vortag weiter mitteilte. Darüber hinaus schlug der Konzern eine Quartalsdividende von 0,39 Dollar vor, nach zuvor 0,37 Dollar.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ

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