Wirtschaft

Labordiagnostik als Belastung Siemens Healthineers startet dürftig ins Jahr

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Das bereinigte operative Ergebnis von Siemens Healthineers betrug 545 Millionen Euro.

(Foto: REUTERS)

"Licht und Schatten": So beschreibt Vorstandschef Montag die Geschäftsentwicklung von Siemens Healthineers. Zwar liegt das Ergebnis des Konzerns auf gleichbleibendem Niveau - es gibt jedoch ein Sorgenkind.

Hohe Anlaufkosten für das neue Labordiagnostiksystem Atellica haben beim Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 das Ergebnis belastet. Die Geschäftsentwicklung habe "Licht und Schatten" gezeigt, sagte Vorstandschef Bernd Montag bei der Veröffentlichung der Zahlen. Das bereinigte operative Ergebnis lag bereinigt mit 545 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Siemens Healthineers
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Nach Steuern verdiente Siemens Healthineers dank niedrigerer Zinsen sowie einer geringeren Steuerquote mit 345 Millionen Euro elf Prozent mehr. Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Siemens Healthineers setzt große Hoffnungen in Atellica, das die lange Zeit schwächelnde Labordiagnostik wieder nach vorne bringen soll. Bei der Profitabilität hinkt der Bereich noch deutlich hinter dem Geschäft mit bildgebenden Systemen hinterher. Vor allem der Aufbau in großen Laboren, bei denen Healthineers besonders stark ist, dauere länger als gedacht.

Das drückte den operativen Gewinn in der Diagnostik-Sparte um ein Viertel. Das Geschäft mit Computertomografen und anderen bildgebenden Systemen, das vor allem in den USA glänzend läuft, mache das nur mit Mühe wett, sodass Healthineers die Prognosen der Analysten erfüllte. "Mit der Ergebnisentwicklung in unserem Diagnostikgeschäft bin ich nicht zufrieden", sagte Montag. Nun soll sich die Vertriebsmannschaft noch stärker auf Atellica konzentrieren. 370 Systeme wurden im ersten Quartal 2018/19 ausgeliefert, bis zu 2500 sollen es bis Ende September werden.

Umsatz soll dennoch steigen

Richtig Geld verdient Siemens Healthineers aber erst, wenn die Labore die teuren Verbrauchsmaterialien einsetzen. An den Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) hält Montag aber fest. Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis um vier bis fünf Prozent steigen, die bereinigte Gewinnmarge soll auf 17,5 bis 18,5 (2017/18: 17,2) Prozent zulegen. Im ersten Quartal ging die operative Rendite auf 16,5 (17,1) Prozent zurück. Der Nettogewinn je Aktie soll um 20 bis 30 Prozent anziehen.

Der niederländische Healthineers-Konkurrent Philips übertraf mit seinen Zahlen für das vierte Quartal (Oktober bis Dezember) die Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis (Ebita) stieg um zehn Prozent auf 971 Millionen Euro, der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent auf 5,6 Milliarden. Die Aktionäre sollen davon mit einer Dividende von 85 (Vorjahr: 80) Cent und einem 1,5 Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf profitieren.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa