Wirtschaft

Foto-App behebt Android-Probleme Snap floriert - Anleger aber nicht zufrieden

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Snapchat konkurriert vor allem mit Facebooks Instagram.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

210 Millionen tägliche Nutzer, ein fünfprozentiges Umsatzplus und keine Probleme mehr mit Android: Die Verantwortlichen bei Snapchat machen vieles richtig. Doch die Fortschritte bei der Foto-App gehen den Anlegern nicht schnell genug. Sie strafen die Betreiberfirma ab.

Der Zwischenbericht des US-Digitalkonzerns Snap enthält ermutigende Zahlen: Die Foto-App Snapchat profitiert davon, dass sie ihre Probleme auf Android-Smartphones in Griff bekommen hat. Im vergangenen Quartal kamen mehr Nutzer als erwartet hinzu, wie der Snapchat-Mutterkonzern Snap am Firmensitz in Santa Monica mitteilte. Doch aus Sicht vieler Anleger geht es offenbar nicht schnell genug aufwärts: Die Prognose für das laufende Vierteljahr blieb hinter den Erwartungen zurück, die Aktie gab im nachbörslichen Geschäft deutlich nach.

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In den drei Monaten bis Ende September stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer den Angaben zufolge von 203 auf 210 Millionen, im Jahresvergleich war es ein Zuwachs von 13 Prozent. Auch der Umsatz legte mit einem fünfzigprozentigen Plus auf 446 Millionen Dollar (rund 401 Millionen Euro) überraschend kräftig zu.

Zwar fiel unter dem Strich ein Verlust in Höhe von 98 Millionen Dollar an, wie Snap am Vorabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es allerdings noch 227 Millionen gewesen. "Wir haben dieses Quartal starke Ergebnisse geliefert", verkündete Snap-Chef Evan Spiegel. Am Markt kamen die Zahlen jedoch nicht gut an - die Aktie verlor nachbörslich mehr als drei Prozent. Grund dürfte die Umsatzprognose für das Schlussquartal gewesen sein, die mit einer Spanne von 540 bis 560 Millionen Dollar unter den Erwartungen der Analysten lag.

Instagram greift Ideen ab

Die Android-Version von Snapchat, bekannt für seine nach einigen Sekunden automatisch verschwindenden Fotos, war lange zu langsam und fehlerhaft. Dadurch entgingen der Firma viele Einnahmen - das dominierende Mobil-Betriebssystem hat einen weltweiten Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Erst in diesem Jahr wurden die Probleme mit einer neuen Version der App behoben.

Snapchat konkurriert vor allem mit Facebooks Instagram um Werbeerlöse. Der größere Rivale hatte in den vergangenen Jahren einige Snapchat-Ideen wie die Stories-Funktion kopiert und damit dem kleineren Wettbewerber zusätzlich Wind aus den Segeln genommen. Snap hat nun eine neue Plattform für Werbekunden an den Start gebracht, die das Umsatzwachstum beschleunigen soll.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa