Wirtschaft

Öfter von Berlin nach Hamburg So soll der Bahnverkehr attraktiver werden

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Von Berlin nach Hamburg soll künftig alle 30 Minuten ein Zug fahren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beim "Schienengipfel" im Verkehrsministerium erklärt die Deutsche Bahn, wie sie attraktiver werden will. Minister Scheuer hat eine Idee, wie Tickets im Fernverkehr spürbar günstiger werden könnten.

Die Deutsche Bahn hat beim "Schienengipfel" bei Verkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin Maßnahmen zur Verbesserung des Bahnverkehrs präsentiert. Scheuer sagte bei dem Treffen mit Branchenvertretern, dass erste Maßnahmen ab 2021 schrittweise starten damit die Kunden Verbesserungen von Ausbaumaßnahmen spürten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Halbstundentakt Berlin-Hamburg

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 will die Bahn zwischen Berlin und Hamburg ICEs im Halbstundentakt fahren lassen. Bislang fahren die Züge auf der Strecke zwischen den beiden größten deutschen Städten einmal in der Stunde. Bahnchef Richard Lutz erklärte, mit der geplanten Angebotserweiterung könne das Unternehmen künftig 20 Prozent mehr Sitzplatzkapazität zur Verfügung stellen. Die Verbindung zwischen Hamburg und Berlin zählt nach Bahnangaben mit täglich fast 17.000 Fahrgästen zu den nachfragestärksten Fernverkehrsverbindungen in Deutschland.

Bessere Umsteige-Verbindungen

Für Bahnreisende soll in den nächsten Jahren ein grundlegend neues System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen aufgebaut werden. Das Zugfahren soll so pünktlicher und schneller werden, das Erreichen der Anschlüsse direkter und verlässlicher.

Günstigere Tickets im Fernverkehr

Bahntickets im Fernverkehr sollen durch eine Steuersenkung günstiger werden, fordert der Verkehrsminister. Er hatte bereits vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer auf Tickets von 19 auf sieben Prozent zu senken. Zwar springe bei diesem Vorschlag nicht jeder Haushälter vor Begeisterung an die Decke, sagte Verkehrsminister Scheuer. Aber es gehe darum, Anreize zu setzen.

Mehr Fahrgäste, Pünktlichkeit und Komfort

Die Koalition hatte angekündigt, bis 2030 die Zahl der Fahrgäste zu verdoppeln und mehr Güter auf die Schiene zu holen. In einem Papier des "Zukunftsbündnisses Schiene" werden deutlich mehr Investitionen in das zum Teil marode Schienennetz für nötig erachtet. Weite Teile des Netzes seien überlastet, heißt es in dem Papier. Die Engpässe müssten zügig entschärft werden. Scheuer sagte, es gebe Verbesserungen bei der Pünktlichkeit der Züge, es müssten aber mehr Anstrengungen unternommen werden. Auch der Komfort müsse besser werden. Um Maßnahmen für ein besseres Schienennetz umsetzen zu können, müsse es deutlich mehr Geld vom Bund geben.

Benötigte Investitionen

Empfohlen wird, die Mittel von aktuell rund 1,6 Milliarden Euro auf rund zwei Milliarden in den Jahren 2020 bis 2023 zu erhöhen, ab 2023 dann auf rund drei Milliarden. Insgesamt gehe es um Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro. Unterdessen wollen die Koalitionsfraktionen der Schiene "höchste Priorität" einräumen. Das geht aus einem gemeinsamen Bundestagsantrag hervor. Genannt wird ein Bündel von 22 Maßnahmen. Dabei geht es zum Beispiel darum, die Digitalisierung der Schiene voranzutreiben oder Bahnhöfe auszubauen.

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Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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