Teurer Automatismus SpaceX landet Montag in zahlreichen Depots

Viele Anleger bekommen nächste Woche unbemerkt einen prominenten Neuzugang ins Depot: SpaceX zieht in einen der bekanntesten Indizes ein. Für ETF-Anbieter bedeutet das milliardenschwere Pflichtkäufe.
Die meisten werden es wohl nicht einmal bemerken, doch am Montag bekommen Millionen ETF-Sparer indirekt eine spektakuläre neue Aktie in ihre Depots gebucht. Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX wird nach seinem Börsengang vor zwei Wochen in den MSCI World aufgenommen und damit automatisch Teil vieler ETFs auf den Weltaktienindex. Dies gilt auch für andere wichtige Indizes wie den Schwellenländer einschließenden MSCI All Country World (ACWI).
Die Aufnahme von SpaceX erfolgt MSCI zufolge auf Basis des Schlusskurses vom Freitag und wird zu Beginn der neuen Woche wirksam. Dann müssen Fonds, die etwa den MSCI World nachbilden, die Aktie entsprechend in ihre Portfolios aufnehmen. Marktbeobachter rechnen deshalb mit Käufen im Volumen von drei bis fünf Mrd. US-Dollar - was den Aktienkurs zumindest kurzfristig stützen könnte.
Der Börsengang des Unternehmens von Elon Musk am 12. Juni hatte alle bisherigen in den Schatten gestellt. SpaceX erreichte auf Anhieb eine Börsenbewertung von mehr als zwei Billionen Dollar und zählt damit zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Die anfänglich große Kauflaune bei Anlegern schlug in den vergangenen Tagen allerdings in Skepsis um: Der SpaceX-Aktienkurs stürzte um knapp 20 Prozent ab und sorgte dafür, dass das Vermögen von Musk wieder unter die historische Marke von einer Billion Dollar rutschte. Das ändert aber nichts daran, dass der Konzern die Voraussetzungen für die Aufnahme in die MSCI-Indizes erfüllt.
Zunächst nur geringes Gewicht
Wer sich nun sorgt, ein zu hohes Risiko ins Depot gebucht zu bekommen, kann allerdings aufatmen. Anders als Tech-Aktien wie Nvidia oder Apple wird SpaceX im MSCI World vorerst nur eine Nebenrolle spielen. Zwar gehört das Raumfahrtunternehmen gemessen am gesamten Unternehmenswert zu den Schwergewichten an der Börse. Im MSCI World richtet sich die Gewichtung jedoch nach dem sogenannten Streubesitz, also dem Anteil der Aktien, der tatsächlich frei an der Börse gehandelt werden kann. Bei SpaceX liegt dieser Anteil bisher bei rund 5 Prozent.
Rechnerisch wird die Aktie daher wohl nur ein Gewicht von etwa 0,1 Prozent im MSCI World haben. Ähnliches gilt für ACWI-ETFs, bei denen wegen der breiteren Streuung der Anteil sogar noch etwas geringer ausfallen wird. Damit dürften starke Kursschwankungen der Aktie vorerst auch kaum Einfluss auf den Wert entsprechender ETFs haben. Das könnte sich im Jahresverlauf allerdings ändern. Nach und nach werden frühe Investoren und Mitarbeiter von SpaceX ihre Aktien nach Ablauf vertraglicher Sperrfristen verkaufen, sodass der Streubesitz steigt. Damit wird auch das Gewicht der Aktie in den MSCI-Indizes zunehmen.