Wirtschaft

Schnelleres Wachstum Spanische Wirtschaft berappelt sich weiter

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Der Tourismus ist in Spanien der wichtigste Wirtschaftssektor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Spanien befreit sich Schritt für Schritt aus der Wirtschaftskrise. Bereits das achte Quartal hintereinander wächst das BIP, die Prognosen für das laufende Jahr werden nach oben korrigiert. Das ist von großer Bedeutung für die Wahlen im Herbst.

Während Griechenland darbt, kommt Spanien langsam wieder auf die Beine. Darauf deuten gute Quartalszahlen von der iberischen Halbinsel hin. Die spanische Wirtschaft ist im Frühjahr so kräftig gewachsen wie seit Anfang 2007 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 1,0 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt in Madrid mitteilte. Damit wuchs die Wirtschaft im Jahresvergleich um 3,1 Prozent. Dadurch kann die Regierung voraussichtlich zwei Milliarden Euro bei der Neuverschuldung einsparen.

Das BIP wächst nun schon seit acht Quartalen in Serie. Unter den großen Euro-Ländern hatte das südeuropäische Land schon im ersten Quartal dieses Jahres mit 0,9 Prozent das mit Abstand stärkste Wachstum hingelegt. Laut "El Mundo" trieb vor allem die Inlandsnachfrage das Wachstum. Die Regierung korrigierte die Prognose für das gesamte Jahr nach oben. Nun geht sie von 3,3 Prozent für das laufende und 3,0 Prozent für das kommende Jahr aus.

Damit sind die Aussichten gut, dass die Regierung in Madrid ihr Defizit wie geplant auf 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken kann. Das Land liegt jedoch noch immer über der im Maastricht-Vertrag festgelegten Obergrenze von drei Prozent.

Rajoy hofft auf gute Nachrichten

Auf dem Arbeitsmarkt kommt der Aufschwung aber noch nicht an. So waren im Mai noch 22,5 Prozent der Erwerbsfähigen arbeitslos, die Jugendarbeitslosigkeit lag gar bei 49,3 Prozent. Vermeintliche Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gehen auch darauf zurück, dass viele junge Leute das Land verlassen haben.

Die Zahlen sind für den Ausgang der Parlamentswahl im Herbst mitentscheidend. Je besser sich die Wirtschaft entwickelt, desto besser stehen die Chancen, dass die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy im Amt bleibt. Dieser steht für den vor allem von Deutschland propagierten Sparkurs.

Dieser Kurs ist jedoch hoch umstritten. Mit Podemos hat sich eine Protestpartei etabliert, die die Austeritätspolitik beenden will. Seit die Wirtschaft Anzeichen der Erholung zeigt, bröckeln allerdings die Umfragewerte der neuen Linkspartei, die zeitweise in der Wählergunst ganz oben stand.

Quelle: n-tv.de, vpe/rts

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