Wirtschaft

"Daten-Herausgabe beschränkt" Staatsanwalt attackiert Deutsche Bank

Im Betrugsprozess gegen amtierende und ehemalige Deutsche-Bank-Größen fährt die Staatsanwaltschaft schwere Geschütze auf. Co-Chef Fischen und sein Vorgänger Ackermann hätten die Ermittlungen behindert, heißt es.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat der Deutschen Bank im Betrugsprozess gegen Co-Chef Jürgen Fitschen und vier Ex-Manager eine Blockade der Ermittlungen vorgeworfen. Das Geldinstitut habe die Herausgabe angeforderter Daten systematisch behindert und beschränkt, sagte Staatsanwalt Stephan Necknig vor dem Landgericht München.

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Die Verantwortung dafür trügen Fitschen und sein Vorgänger an der Vorstandsspitze, Josef Ackermann. Bei der Staatsanwaltschaft gebe es daher eine "gewisse Skepsis" gegenüber der Deutschen Bank.

Fitschen, Ackermann sowie Ex-Chef Rolf Breuer, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig sowie Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck müssen sich in dem Verfahren wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch verantworten. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Fitschens Anwalt Hanns Feigen hatte der Staatsanwaltschaft zum Prozessauftakt vor einer Woche vorgeworfen, entlastendes Material unterschlagen zu haben. Staatsanwalt Necknig nannte diesen Vorwurf "haltlos". "Die Staatsanwaltschaft hat niemals irgendwelche Aktenbestandteile zurückgehalten."

Weiterer Ex-Vorstand im Visier

Derweil hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf einen weiteren Ex-Vorstand erweitert. Auch der frühere Deutsche-Bank-Vorstand Hermann-Josef Lamberti ist nun ins Visier der Ankläger geraten, wie Richter Peter Noll in der Verhandlung erkennen ließ. Lamberti lehne eine Zeugenaussage in dem Fitschen-Prozess ab und berufe sich auf sein Aussageverweigerungsrecht, sagte Noll.

Dieses Recht hat laut Gesetz aber nur jemand, der in der gleichen Angelegenheit selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist. Denn er muss sich nicht mit einer Aussage selbst belasten. Mehrere mit der Sache vertraute Personen sagten, die Strafverfolger beschuldigten Lamberti wie Fitschen des versuchten schweren Prozessbetrugs. Lamberti ließ von seinem Verteidiger ausrichten, dass er sich dazu nicht äußere. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft lehnte ebenfalls eine Stellungnahme ab.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/rts

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