Wirtschaft

Technikchef wieder im Amt Staatssekretär wird neuer BER-Chef

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Berlins bisheriger Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert Lütke Daldrup soll nun den BER endlich fertigstellen.

(Foto: dpa)

Der Eröffnungstermin für den Flughafen BER wurde schon fünf Mal verschoben, das Führungspersonal in den vergangenen Jahren kräftig durchgewechselt. Nun hört Flughafenchef Mühlenfeld auf. Sein Nachfolger kommt aus der Politik.

Der Berliner Staatsekretär Engelbert Lütke Daldrup wird neuer Geschäftsführer der Berliner Flughäfen. Zudem verlässt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller den Aufsichtsrat des Unternehmens, wie dieser ankündigte. Dies sei aus Compliance-Gründen notwendig. Zudem kehrt Bauleiter Jörg Marks wieder auf seinen Posten zurück.

Lütke Daldrup sei eine gute, sachgerechte und schnelle Lösung, sagte Müller weiter. Die Suche nach einem externen Manager mittels eines Personalvermittlers hätte mindestens ein halbes Jahr gedauert. Der bisherige Chef Karsten Mühlenfeld hatte Technikchef Marks freigestellt, nachdem auf der Baustelle mehrere Termine verfehlt worden waren. Weil Mühlenfeld den Personalwechsel gegen den Willen des Aufsichtsrat vollzog, war eine Führungskrise im Unternehmen entstanden. Mühlenfeld war 2015 als Nachfolger von Hartmut Mehdorn nach Berlin gekommen.

Erster Ablöseversuch scheitert

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Nur kurze Amtszeit als BER-Chef: Karsten Mühlenfeld.

(Foto: dpa)

Der Bund und Berlin sahen das Vertrauensverhältnis daraufhin erschüttert. Sie waren aber in der Nacht zum vergangenen Donnerstag im Aufsichtsrat damit gescheitert, Mühlenfeld zu entlassen. Der Mit-Eigentümer Brandenburg hatte sich in der Sondersitzung noch gegen Mühlenfelds Entlassung gesperrt, signalisierte am Wochenende aber bereits Kompromissbereitschaft.

"Alle sind sich einig, dass eine zügige Inbetriebnahme des BER im Vordergrund stehen muss", hatte Regierungssprecher Florian Engels am Sonntag mitgeteilt. Einer Ablösung von Mühlenfeld könne Brandenburg nur zustimmen, "wenn es eine fachlich qualifizierte direkte Nachfolge gibt". Die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund sind gemeinsam Eigentümer des Unternehmens, das den krisenbehafteten Berliner Großflughafen baut.

Airlines warnten vor Mühlenfelds Ablösung

Die Eröffnung des Flughafens ist seit dem Baubeginn im Jahr 2006 schon fünf Mal verschoben worden. Inzwischen ist das Projekt gut fünf Jahre in Verzug. Grund sind Technikprobleme, Fehlplanungen und Baumängel. Aber auch Personalwechsel führten wiederholt zu Verzögerungen.

Mit der Ablösung Mühlenfelds gibt es nach zwei Jahren den nächsten Führungswechsel bei dem politisch umkämpften Flughafen-Projekt. Fluggesellschaften hatten zuvor davor gewarnt, sich von Mühlenfeld zu trennen. Sie fürchten weitere Verzögerungen an dem Flughafen.

Mühlenfelds Nachfolger wird der vierte Flughafenchef seit dem Baubeginn des BER 2006. Rainer Schwarz hatte wegen der geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach 2013 seinen Hut nehmen müssen. Sein Nachfolger Hartmut Mehdorn blieb bis März 2015 zwei Jahre lang am BER. Er trat nach Konflikten mit dem Aufsichtsrat zurück.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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