Wirtschaft

Material-Boom auf Weltmärkten Stärkster Baupreis-Anstieg seit 50 Jahren

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Der Neubau von Wohnungen verteuerte sich wie seit November 1970 nicht mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer in Deutschland ein Haus bauen will, muss derzeit tief in die Tasche greifen. Denn nicht nur die Preise für Baustoffe auf den Weltmärkten schießen in die Höhe. Auch die Rücknahme der coronabedingten Mehrwertsteuersenkung schlägt inzwischen voll durch.

Der Neubau von Wohnungen in Deutschland hat sich im August so stark verteuert wie seit 1970 nicht mehr. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen um 12,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Ein stärkerer Anstieg wurde den Angaben zufolge zuletzt im November 1970 mit 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gemessen.

Aktuell treibt unter anderem die große Nachfrage nach Baumaterialien wie Holz, Stahl und Dämmstoffen auf den Weltmärkten die Preise. Überdurchschnittlich stark verteuerten sich im August Zimmer- und Holzbauarbeiten. Die Preise stiegen wegen der erhöhten Nachfrage nach Bauholz im In- und Ausland um 46,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zudem schlägt die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung inzwischen voll durch. Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hatte der Bund die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt.

Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell teuer. Ohne den Mehrwertsteuereffekt wären die Baupreise den Angaben zufolge rein rechnerisch um 9,7 Prozent gestiegen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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