Wirtschaft

Trump widerspricht Starinvestoren halten Aktienkurse für zu hoch

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An den US-Börsen sind die Kurse in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Obwohl die Corona-Pandemie eine Rezession auslösen wird, sind die Börsen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Investoren-Legenden halten die satten Kursaufschläge für völlig übertrieben - und verärgern damit den US-Präsidenten.

Das nennt man wohl Optimismus: Seit dem Corona-Absturz im März haben sich die Aktienmärkte wieder kräftig erholt - und das, obwohl die Weltwirtschaft gelähmt ist, eine tiefe, globale Rezession im Anmarsch ist und ein Impfstoff gegen das Virus noch nicht gefunden ist. Einige Star-Investoren treten nun auf die Euphoriebremse und sagen einen deutlichen Kursrückgang voraus.

Die neuesten Stimmen im Chor der Warnenden sind der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge Stanley Druckenmiller und David Tepper. Druckenmiller hatte 1992 gemeinsam mit George Soros die legendäre Wette gegen das britische Pfund gewonnen, der 62-jährige Tepper ist "Forbes" zufolge der "größte Hedgefondsmanager seiner Generation". Druckenmiller bezeichnet die Erwartung einer schnellen, V-förmigen Erholung der Konjunktur als "Fantasie". Und Trepper stellt fest, dass derzeit Aktien überbewertet seien.

Derweil stellte der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, eine unerfreuliche Zukunft in Aussicht. Die Rezession in den USA könnte so schwer ausfallen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, sagte er - und forderte zusätzliche Konjunkturprogramme. Das ist allein deshalb bemerkenswert, weil der US-Kongress bisher rund 2,9 Billionen Dollar zu Verfügung gestellt hat, das sind etwa 14 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Doch diese riesige Summe reicht Powell nicht aus, der Zentralbankchef verwies in diesem Zusammenhang auf den Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote, die noch vor drei Monaten in der Nähe eines 50-Jahres-Tiefs lag, sprang im April auf den höchsten Stand seit der Großen Depression in den 1930er Jahren und machte damit ein Jahrzehnt Beschäftigungszuwachs in einem einzigen Monat zunichte.

"Völlig verrückt"

Dennoch hat der wichtige US-Aktienindex S&P 500 seit dem Tiefstand im März knapp 30 Prozent zugelegt, die Technologiebörse Nasdaq sogar um fast 50 Prozent. Gehör finden die skeptischen Stimmen offensichtlich wenig - allerdings gibt es zumindest einen Menschen, dem die Warnungen überhaupt nicht gefallen: Donald Trump. Der US-Präsident twitterte zornig: "Wenn die 'reichen Typen' negativ über den Markt sprechen, muss man immer im Kopf behalten, dass einige von ihnen gegen den Markt wetten und viel Geld verdienen, wenn die Kurse fallen." Danach würden sie auf steigende Kurse wetten, mit optimistischen Aussagen große Publicity bekommen und damit dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht.

Für Trump spiegelt der Aktienmarkt den Zustand der US-Wirtschaft wider. Anfang November finden in den USA Präsidentschaftswahlen statt, Trump setzte bisher darauf, mit einer boomenden Wirtschaft zu punkten. Die Corona-Pandemie könnte ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

Trump hatte vor der Corona-Krise die Rekordstände an den US-Börsen gefeiert und als Resultat seiner Politik gewertet. Fallende Kurse kommen ihm deshalb ungelegen. Das dürfte bei den Starinvestoren auf taube Ohren stoßen. Tepper sagte mit Blick auf die Nasdaq, die Bewertung für einige Aktien sei völlig verrückt. Und Druckenmiller ist der Auffassung, dass bei Aktien das Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Profit derzeit so mies ist wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Quelle: ntv.de, jga/rts/DJ

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