Wirtschaft
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Mittwoch, 14. Februar 2018

"Kräftiges Wirtschaftswachstum": Statistiker bestätigen stabilen Aufschwung

Die deutsche Wirtschaft wächst: Berechnungen aus dem Statistischen Bundesamt bestätigen - die Boom-Phase dauert an. Getragen wird das Wachstum zuletzt jedoch vor allem durch Impulse aus dem Ausland. Der private Konsum stagniert.

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2017 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen, wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage einer ersten Schätzung mitteilte. Im Zeitraum Juli bis September war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 0,7 Prozent gestiegen.

Analysten hatten mit einer leichten Abschwächung der Wirtschaftsleistung zum Jahresende gerechnet. Die Daten der Statistiker lagen insgesamt im Bereich der Markterwartungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte das deutsche BIP um 2,9 Prozent zu. Hier lagen die Prognosen im Schnitt bei einem Plus von 3,0 Prozent.

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) überwiegend aus dem Ausland: Nach vorläufigen Berechnungen legten vor allem die Exporte im vierten Quartal 2017 stark zu. Der Außenbeitrag (Exporte minus Importe) hatte im Vorquartalsvergleich rein rechnerisch einen positiven Effekt auf das BIP. Während der Staat seine Konsumausgaben erhöhte, lagen die privaten Konsumausgaben in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. In Anlagen und Maschinen wurde etwas mehr investiert als ein Quartal zuvor, in Bauten etwas weniger.

Insgesamt sei die konjunkturelle Lage in Deutschland im Jahr 2017 damit "durch ein stetiges und kräftiges Wirtschaftswachstum gekennzeichnet" gewesen, hieß es in einer Mitteilung aus dem Statistischen Bundesamt. Im ersten Quartal lag die Wachstumsrate demnach bei plus 0,9 Prozent. Im zweiten Quartal schwächte sich die Entwicklung auf plus 0,6 Prozent ab, bevor das BIP im dritten Quartal wieder um 0,7 Prozent zulegte. Für das gesamte Jahr 2017 ergibt sich daraus ein Anstieg von 2,2 Prozent. Das im Januar veröffentlichte vorläufige Jahresergebnis für das BIP konnten die Statistiker damit bestätigen.

Eurozone auf Augenhöhe mit den USA

Der Aufschwung bleibt nicht auf Deutschland beschränkt: Die Wirtschaft in der Eurozone wächst in ähnlich großen Schritten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 19 Euro-Ländern stieg zwischen Oktober und Dezember um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte.

Damit bewegt sich der Währungsraum beim Wachstum auf Augenhöhe mit den USA, die exakt im selben Tempo zulegten. Im Sommer hatte das BIP in der Eurozone dabei sogar um noch etwas stärkere 0,7 Prozent zugelegt.

Im vierten Quartal war Spanien die am stärksten wachsende Volkswirtschaft unter den vier Schwergewichten der Währungsunion: Die iberische Wirtschaft schaffte trotz der politischen Turbulenzen um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien ein Plus von 0,7 Prozent. In Frankreich und Deutschland waren es mit 0,6 Prozent etwas weniger. Italien, wo Anfang März Neuwahlen anstehen, landete mit 0,3 Prozent in diesem Quartett auf dem letzten Platz.

Quelle: n-tv.de