Wirtschaft

Sorgen um US-KonsumklimaSteigende Ölpreise machen Wall Street zu schaffen

20.08.2026, 22:57 Uhr
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Die Anleger sind derzeit nervös. (Foto: AP Photo/Yuki Iwamura)

Wegen der hohen Benzinpreise müssen die US-Bürger sparen. Das bekommt auch der Einzelhandelsriese Walmart zu spüren. Auch an der Wall Street sorgen die hohen Energiepreise für gebremste Kauflaune.

Steigende Anleiherenditen, enttäuschende Quartalszahlen des Einzelhandelsriesen Walmart und anziehende Ölpreise haben der Wall Street zum Börsenschluss Kursverluste eingebrockt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verlor 1,3 Prozent auf 52.759 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 1,0 Prozent auf 26.067 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 0,9 Prozent auf 7641 Stellen. 

Walmart fielen deutlich, nachdem der Konzern die Erwartungen beim flächenbereinigten Umsatz verfehlt hatte. Gestiegene Benzinpreise hätten die Kunden zu Ausgabenkürzungen gezwungen, so der Konzern. Der Bericht zog die S&P-Indizes für Basiskonsumgüter und Nicht-Basiskonsumgüter nach unten. Dies drückte Konkurrenten wie Costco, Dollar Tree und Albertsons mit ins Minus. Der Preisanstieg bei der US-Rohölsorte WTI auf über 87 Dollar verstärkte die Sorgen um die Konsumlaune. "Es stellt sich die Frage, wie widerstandsfähig die Verbraucher angesichts der anhaltend hohen Benzinpreise und des Inflationsdrucks sein können", sagte Mona Mahajan, Investmentstrategin bei Edward Jones. Sie verwies darauf, dass Anleger nach den jüngst schwach ausgefallenen Einzelhandels- und Arbeitsmarktdaten für Juli ohnehin nervös seien. 

Zusätzlich belasteten steigende Anleiherenditen den Aktienmarkt. Zwar hatten die Indizes am Mittwoch noch zugelegt, nachdem das US-Finanzministerium eine Ausweitung seiner Anleihe-Rückkäufe angekündigt hatte, um den Renditeanstieg zu bremsen. Am Donnerstag zogen die Renditen der zehnjährigen und 30-jährigen Staatspapiere jedoch wieder an. Daran änderten Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent, der eine weitere Erhöhung des Rückkaufvolumens in Aussicht stellte, nur kurzzeitig etwas. "Die Märkte sahen sich heute mit einigen Gegenwinden konfrontiert", sagte Mahajan. Dazu gehöre der erneute Renditeanstieg, den es trotz des Eingreifens des Finanzministeriums gegeben habe. Die Beruhigung am Anleihemarkt habe sich binnen 24 Stunden wieder ins Gegenteil verkehrt.

Trump lässt Kryptowerte steigen

 Der Nicht-Basiskonsumgütersektor gehörte zu den größten Belastungsfaktoren für den Leitindex. Schwergewichte wie Amazon und Tesla fielen hier besonders ins Gewicht. Auch die treibstoffabhängigen Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean und Carnival gaben nach. Der Energiesektor profitierte hingegen vom fünften Ölpreis-Anstieg in Folge, der durch ins Stocken geratene Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sowie Lieferausfälle im Nahen Osten ausgelöst wurde. 

Kryptowerte wie MicroStrategy und Coinbase legten zu, nachdem US-Präsident Donald Trump den Kongress zur Verabschiedung eines Krypto-Gesetzes aufgefordert hatte. Aktien des Landmaschinenherstellers Deere stiegen nach einer Anhebung der Jahresgewinnprognose. Papiere des Kosmetikkonzerns Coty und des Autoteilehändlers Advance Auto Parts sackten nach enttäuschenden Ausblicken ein.

Das Biotech-Unternehmen Moderna gab einen Teil seiner exorbitanten Gewinne vom Mittwoch wieder ab. 

Quelle: ntv.de, mau/rts

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