Wirtschaft

Trotz sinkender EEG-Umlage Strom ist so teuer wie noch nie

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Strom wird nun an der Börse teurer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland kommt die Energiewende teuer zu stehen: Haushalte müssen zur Zeit mehr Geld für ihren Strom hinblättern als jemals zuvor. Das liegt vor allem an staatlichen Umlagen, Steuern und Abgaben. Verbraucherschützer fordern die Regierung auf, Strompreise zu senken und dafür CO2 zu verteuern.

Noch nie haben deutsche Verbraucher so viel für ihren Strom bezahlt wie aktuell. Das geht aus einer Rechnung des Verbraucher- und Vergleichsportales Verivox für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hervor. So zahlte eine Durchschnittsfamilie im Juli 29,76 Cent pro Kilowattstunde. Zugrunde gelegt wurde dabei ein Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr, der laut Verivox im Schnitt Gesamtkosten von jährlich 1190 Euro verursachen würde. Das sind fast 100 Euro pro Monat. Laut Verivox belegt Deutschland mit diesem Wert im europäischen Vergleich gemeinsam mit Dänemark den Spitzenplatz.

Beschaffung, Vertrieb und Marge machen nach Verivox-Berechnungen nur knapp ein Viertel des Strompreises aus, berichtete RND. Der Rest entfällt demnach auf Umlagen, Steuern und Abgaben. Diese Posten wachsen seit geraumer Zeit kontinuierlich. In den vergangenen Jahren explodierten die Ausgaben der Haushalte für Elektrizität vor allem wegen der EEG-Umlage, mit der der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert wird. Mussten die Verbraucher 2010 noch 2,05 Cent EEG-Umlage pro Kilowattstunde bezahlen, waren es 2018 schon 6,79 Cent. Für dieses Jahr ist die EEG-Umlage, die von der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde festgelegt wird, zwar auf 6,41 Cent gesunken - dafür steigen inzwischen die Börsenstrompreise, bilanzieren die Experten laut dem Bericht.

In Anbetracht der wachsenden Belastungen für private Haushalte fordern Verbraucherschützer von der Bundesregierung, die Abgaben auf Strom zu senken. "Kern dieser Reform muss sein, dass CO2-Emissionen aus Gebäudewärme und im Verkehr bepreist werden und Strom zugleich von der Abgabenlast befreit wird, um die Klimaziele zu erreichen", sagte Thorsten Lenck von der Denkfabrik Agora Energiewende dem RND.

Quelle: n-tv.de, psa

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