Wirtschaft

Hunderttausende Jobs in Gefahr Studie kritisiert Bidens Rekord-Mindestlohn

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Ein Indoor-Golfplatz im US-Bundesstaat Illinois sucht Mitarbeiter: Wenn es nach den Plänen der neuen US-Regierung geht, steigen die Mindestlöhne beträchtlich.

(Foto: AP)

In den USA liegt der Mindestlohn landesweit bei umgerechnet sechs Euro. Der neue US-Präsident strebt eine Verdoppelung des Stundensalärs an. Wirtschaftsexperten bescheinigen Biden, dass die Zahl der Armen um fast eine Million sinken könnte. Zugleich wären aber Hunderttausende Jobs bedroht.

Einer Analyse des unabhängigen Haushaltsamtes des US-Kongresses zufolge würde die von Präsident Joe Biden angestrebte Verdoppelung des Mindestlohns Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten. Sollte der landesweite Mindestlohn bis 2025 wie vorgeschlagen stufenweise auf 15 US-Dollar (12,50 Euro) pro Stunde steigen, würden 1,4 Millionen Jobs wegfallen, hieß es in der Analyse. Gleichzeitig würde die Zahl der in den USA in Armut lebenden Menschen um 900.000 sinken.

Der landesweite Mindestlohn in den USA liegt derzeit bei 7,25 Dollar (sechs Euro). Daneben gibt es in manchen Bundesstaaten auch höhere Grenzen. Das wirtschaftlich starke New York etwa hat bereits eine stufenweise Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Dollar beschlossen. Die Demokraten wollen den landesweiten Mindestlohn einer Gesetzesvorlage zufolge ab Juni bis 2025 schrittweise auf 15 Dollar anheben, gefolgt von Erhöhungen, die sich an der durchschnittlichen Lohnentwicklung aller Arbeitnehmer orientieren würden. Für eine Verabschiedung bräuchten die Demokraten aber im Senat auch die Unterstützung mehrerer Republikaner, was unwahrscheinlich scheint.

Biden kämpft für Vollzeitjobs

Das Haushaltsamt (CBO) erklärte, die geplante Erhöhung des nationalen Mindestlohns würde das US-Haushaltsdefizit bis 2031 um insgesamt 54 Milliarden Dollar erhöhen - eine eher kleine Summe in Relation zum jährlichen Haushalt von mehr als vier Billionen Dollar. Biden setzt sich nachhaltig für die Erhöhung des Mindestlohns ein. Seine Sprecherin Jen Psaki sagte, der Präsident setze sich dafür ein, dass Menschen, die in Amerika vollzeit angestellt seien, nicht in Armut leben müssten.

Die Hoffnung auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung in den USA durch ein massives Hilfspaket trieb die New Yorker Börsen zum Wochenanfang auf neue Rekordstände. Für Kauflaune sorgte vor allem die Aussicht, dass das 1,9 Billionen Dollar schwere US-Konjunkturprogramm bereits in den kommenden Wochen auf den Weg gebracht werden könnte, sagten Börsianer. Aber auch Äußerungen von US-Finanzministerin Janet Yellen, wonach das Land im nächsten Jahr wieder Vollbeschäftigung erreichen würde, wenn der Kongress die Corona-Hilfen billige, schürten die Zuversicht.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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