Wirtschaft
Eine Woche nach dem Unwetter laufen die Aufräumarbeiten in dem schwer getroffenen Ort Braunsbach.
Eine Woche nach dem Unwetter laufen die Aufräumarbeiten in dem schwer getroffenen Ort Braunsbach.(Foto: dpa)
Dienstag, 07. Juni 2016

Versicherer werden belastet: Sturmschäden kosten eine Milliarde Euro

Die jüngsten Überschwemmungen in Deutschland werden nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch Versicherungsansprüche von gut einer Milliarde Euro nach sich ziehen. Dies dürfte zwar die Gewinne belasten, nicht aber die Unternehmen gefährden.

Deutsche Versicherer müssen sich nach den jüngsten Stürmen und Überflutungen hierzulande auf hohe Belastungen einstellen. Die versicherten Schäden könnten sich auf rund eine Milliarde Euro belaufen, erklärte die Ratingagentur Fitch. Die versicherten Schäden an Häusern könnten höher ausfallen als bei den letzten großen Überflutungen in Deutschland 2013.

Die Belastungen werden nach Einschätzungen der Experten auf die Gewinne der Versicherungsbranche drücken. Im Schnitt dürften die Unternehmen allerdings weiter schwarze Zahlen schreiben. Die Stürme "Elvira" und "Frederike" hatten Ende Mai und Anfang Juni zahlreiche Häuser und Autos zerstört. Betroffen waren vor allem Bayern und Baden-Württemberg.

Für die meisten Schäden müssen nach Einschätzung von Fitch die öffentlich-rechtlichen Anbieter Versicherungskammer Bayern und SV Sparkassen-Versicherung geradestehen, die in den Regionen stark vertreten sind. Die Versicherungskammer Bayern geht von versicherten Schäden von 60 Millionen Euro aus, wie ein Sprecher erklärte. Die SV Sparkassen-Versicherung rechnet ebenfalls mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Die Branchenschwergewichte Allianz und Münchener Rück haben bisher noch keine Schadensschätzungen.

Die wirtschaftlichen Schäden durch die jüngsten Stürme werden laut Fitch deutlich über einer Milliarde Euro liegen. Nur etwa ein Drittel aller Häuser in Deutschland sei gegen Naturkatastrophen versichert. In Risikogebieten gebe es zum Teil überhaupt keinen Versicherungsschutz oder dieser sei extrem teuer. In den meisten Regionen, die nun von "Elvira" und "Frederike" erfasst wurden, wäre es laut Fitch jedoch möglich gewesen, sich zu akzeptablen Preisen zu versichern.

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Quelle: n-tv.de