Wirtschaft

Recycling-Gesetz senkt Hürden Supermarkt nimmt alte Elektrogeräte zurück

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Wer kein Messi ist oder einen begrenzten Keller hat, kann künftig seinen Elektroschrott im nächsten Supermarkt abgeben.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Die Recyclingquote bei Elektrogeräten lässt zu wünschen übrig. Viele Tonnen landen wohl im Restmüll oder lagern vergessen in Kellern. Mit einem neuen Gesetz will die Bundesregierung die Verbraucher zur Rückgabe ermutigen: Das soll künftig kostenlos beim Discounter möglich sein.

Ob alte Handys oder defekte Rasierer: Ausrangierte Elektrogeräte sollen Verbraucher künftig auch in Supermärkten abgeben können. Der Bundestag beschloss eine entsprechende Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes. Die Neuregelung soll dazu führen, dass mehr Geräte recycelt werden. Konkret sollen Verbraucherinnen und Verbraucher spätestens ab dem 1. Juli 2022 Elektroaltgeräte auch bei vielen Discountern oder anderen Lebensmitteleinzelhändlern kostenlos abgeben können.

Für kleine Elektroaltgeräte, wie Handys oder Taschenlampen, gilt dies unabhängig vom Neukauf eines Produkts, für größere Altgeräte (über 25 Zentimeter) beim Kauf eines entsprechenden neuen Artikels. Voraussetzung ist, dass die Ladenfläche größer als 800 Quadratmeter ist und die Händler selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärte, leicht erreichbare Sammelstellen seien "die beste Voraussetzung, um alte Elektrogeräte richtig zu entsorgen". Würden Altgeräte ordentlich gesammelt, könnten Schadstoffe "verlässlich ausgeschleust und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen" werden. Ihr Ziel sei dabei, die Rückgabe von alten Elektrogeräten "so einfach wie möglich" zu machen - Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sie "ganz nebenbei" etwa beim Einkaufen erledigen können.

Hunderttausende Tonnen verschollen

Nach Angaben des Umweltministeriums wurden im Jahr 2018 zwar rund 86 Prozent der gesammelten Elektroaltgeräte recycelt. Allerdings wurden im selben Jahr nur rund 43 Prozent der in Verkehr gebrachten Elektroaltgeräte auch tatsächlich eingesammelt. In absoluten Zahlen beziffert das Umweltbundesamt die in den Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte auf deutlich über zwei Millionen Tonnen. Obwohl nicht bei jedem Neukauf eines Elektrogerätes auch ein entsprechendes Altgerät als Abfall anfällt, ist die Diskrepanz zwischen gekauftem und entsorgtem Material auffällig: In Recyclinghöfen abgegeben wurden 2018 nur knapp 550.000 Tonnen. Von den Vertreibern zurückgenommen wurden lediglich 100.000 Tonnen.

Schulze wies darauf hin, dass alte Handys, Taschenlampen oder Rasierer oft vergessen in Schubladen lagerten. "Andere Altgeräte enden im Restmüll oder werden illegal vermarktet", fügte sie hinzu. Die Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes muss nun noch den Bundesrat passieren und soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Für den Handel gilt dann eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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